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Mit einem Umsatzplus von 11,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr haben die deutschen Medizintechnikhersteller im Jahr 2015 Rekordumsätze von 28,4 Milliarden Euro erzielt. Im Inland konnte ein Anstieg um 13 Prozent (auf 9,2 Milliarden Euro), im Ausland ein Plus von elf Prozent (auf 19,2 Milliarden Euro) verzeichnet werden. Positiv beeinflusst wurde die weltweite Nachfrage unter anderem durch den schwachen Eurokurs, niedrige Ölpreise und eine eher expansive Geldpolitik. Auch der demografische Wandel wird als begünstigender Faktor gesehen.

Knapp 70 Prozent des Umsatzes machte die MedTech-Branche mit Auslandsgeschäften, wobei 40 Prozent der deutschen Exporte in die Europäische Union gingen. Hier gab es im letzten Jahr einen Umsatzzuwachs von neun Prozent. Beim Handel mit Nordamerika konnte sogar ein Plus von 16 Prozent erreicht werden, ebenso wie in Asien. China beispielsweise arbeitet ebenso wie andere Schwellenländer an der Etablierung und Modernisierung seines Gesundheitssystems. Negativ verlief die Entwicklung der Geschäfte mit Russland – hier kam es im Vergleich zu 2014 zu einem Verlust von 25 Prozent.

Im Inland waren Nachholeffekte und die positive Verbraucherstimmung Grund für die steigenden Umsätze. Dies wirkte sich auch auf die Zahl der Mitarbeiter im MedTech-Bereich aus – mit einem Anstieg von vier Prozent liegt diese nun bei rund 130.000 Beschäftigten. Dennoch bleibt die Ertragslage vieler Unternehmen angespannt. Hohe Aufwendungen für neue Entwicklungen sowie die steigende Komplexität der Anforderungen auf der einen und steigende Maßnahmen zur Kostensenkungen von Seiten der Träger auf der anderen Seite stellen ein zunehmendes Problem dar.

 Kommentar: Zwischen 2003 und 2014 sind die Umsätze der MedTech-Branche im In- und Ausland nahezu kontinuierlich gestiegen. Im Ausland wurde 2003 ein Gewinn von 6,81 Milliarden Euro erzielt, einen leichten Rückgang gab es lediglich zwischen 2008 und 2009. Das Inlandsgeschäft brachte 2003 5,73 Milliarden Euro ein, ging bis 2005 und zwischen 2010 und 2012 leicht zurück. Für 2016 erwarten die Experten wieder ein schwächeres Umsatzwachstum als noch 2015. Grund ist unter anderem die Verlangsamung der Entwicklung des chinesischen Marktes.

[ilink url=“http://www.spectaris.de/verband/presse/artikel/seite/rekordumsatz-der-deutschen-medizintechnik/presse-1.html“] Link zur Quelle (Spectaris)[/ilink]