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Die AOK hat bundesweit im ersten Quartal 2012 zwar einen Überschuss von 553 Mio. Euro erwirtschaftet, jedoch verglichen mit dem Vorjahresquartal 74 Mio. Euro weniger eingenommen. Der Vorstandvorsitzende des Bundesverbandes, Jürgen Graalmann, führt den Rückgang der Überschüsse auf steigende Arzneimittelausgaben und Klinikbehandlungen zurück und sieht in der Diskussion über die Überschüsse eine Trendwende.

Insgesamt seien die Leistungsausgaben der AOK je Versicherten im ersten Quartal um 3,4 Prozent (+643 Mio. Euro) gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen, während die Ausgabensteigerung im gesamten Vorjahr bei lediglich bei 1,7 Prozent lag.

Die Kasse sieht sich in ihrer Finanzpolitik bestätigt und will künftig weiterhin keine Zusatzbeiträge erheben. Auch die von der Politik geforderte Prämienausschüttung lehnt die AOK ab.

Kommentar: Die GKV verfügte im vergangenen Jahr wegen der guten konjunkturellen Lage über Reserven von rund 9,5 Mrd. Euro, ein erheblicher Teil davon ist gebunden. Per Gesetz werden die Krankenkassen dazu angehalten, als Rücklage nicht mehr als 1,5 Monatsausgaben vorzuhalten. Die Bundesregierung hatte die Kassen mehrfach aufgefordert, Überschüsse in Form von Prämien an die Versicherten auszubezahlen.

Die AOK hat sich deutlich gegen eine einmalige Prämienauszahlung ausgesprochen und will angesichts der sich andeutenden Eintrübung konjunktureller Perspektiven stattdessen in ihr Leistungsangebot investieren und die Überschüsse als Rücklage zu verwenden. Als weitere Argumente gegen die Prämienauszahlung wird seitens der Kassen der mit der Auszahlung verbundene Verwaltungsaufwand und die ablehnende Haltung der Versicherten angeführt: Nach Angaben der Kasse wollen über 60 Prozent der Versicherten ein besseres Leistungsangebot anstelle von niedrigeren Kassenbeiträgen.

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