Seite auswählen

Auf dem diesjährigen Wirtschaftsforum des Deutschen Apothekerverbandes vom 28. bis 29. April 2013 wurde auf die aktuell schwierige wirtschaftliche Situation von deutschen Apothekern hingewiesen. So erklärte Dr. Frank Diener von der Steuerberatungsgesellschaft Treuhand Hannover, dass eine deutsche Durchschnittsapotheke einen Jahresumsatz zwischen 1,25 und 1,5 Mio. Euro generiere. Das Betriebsergebnis vor Steuern jedoch im Vergleich zum Vorjahr um weitere 3 Prozent schrumpfte und 2012 auf einen historischen Tiefpunkt von 67.000 Euro pro Apotheke fiel. Der Inhaberverfügungsbetrag (vergleichbar mit Jahres-Nettogehalt) sank somit um weitere 1.000 Euro und betrug 2012 nur noch 34.000 Euro.

Die Prognosen für die nächsten Jahre versprechen jedoch eine Verbesserung der wirtschaftlichen Situation von Apothekern. So wurde die packungsbezogene Fixvergütung bei verschreibungspflichtigen Medikamenten um 25 Cent auf 8,35 Euro erhöht. Die Bundesregierung versprach eine Nacht- und Notdienstpauschale, für die insgesamt zusätzliche 120 Mio. Euro zur Verfügung stehen. Zudem wird mit einer erhöhten Wareneinsatzquote und höheren Nettoumsätzen gerechnet, denn ohne Praxisgebühr steigen vermutlich die Zahl der Arztbesuche und somit auch die Zahl der Medikamentenverordnungen.

Für das Jahr 2013 wird mit einem durchschnittlichen Betriebsergebnis vor Steuern in Höhe von 81.000 Euro gerechnet. Dieser absolute Wert würde damit wieder das Niveau aus den Jahren 2003/2004 erreichen. Von diesem Aufschwung würden jedoch nicht alle Apotheken profitieren, so mussten im Januar 2013 21 Prozent aller Apotheken einen weiteren Umsatzschwund hinnehmen.

Kommentar: Zwar sehen auch laut aktuellen Apotheken-Konjunkturindex die Apotheker selbst eine Verbesserung ihrer Situation, jedoch gibt es auch Experten, die eine schnelle Verbesserung der wirtschaftlichen Lage von Apothekern für unwahrscheinlich halten. So wird erwartet, dass die Betriebskosten von Apotheken steigen werden, da zunehmend höherqualifiziertes Personal eingestellt wird. Auch verbesserungswürdige Großhandelskonditionen und ein erweitertes Serviceangebote, wie etwa kostenfreie Medikamentenlieferungen, tragen zunehmend zu einer Reduzierung der Gewinnmarge bei. Es bleibt daher abzuwarten, ob die ergriffenen Maßnahmen, wie etwa die Bildung von Apothekenketten und Anschlüsse an Apothekenverbünde, diese Kostenentwicklung zum Teil abfedern können.

[ilink url=“http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=nachrichten&type=0&no_cache=1&Nachricht_ID=46219&Nachricht_Title=Nachrichten_Apotheken-Wirtschaftsdaten%3A+Aussicht+auf+Besserung“] Link zur Quelle (Pharmazeutische Zeitung)[/ilink]