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Fast jede Apotheke bietet Boten- bzw. Lieferdienste an. Nur die wenigsten nehmen dafür ein Entgelt. Dies zeigt der aktuelle Stimmungsbarometer der Apotheken in Deutschland, welcher die aktuelle Geschäftslage von 333 befragten Apothekern widerspiegelt.

Im Durchschnitt liefert jede deutsche Apotheke 100 Mal ein Arzneimittel zu ihren Kunden. Bei mehr als einem Viertel aller Apotheken sind es sogar mehr als 200 Lieferdienstleistungen. Obwohl mehr als 20 Prozent aller Apotheker die Kosten pro Zustellung mit 5 Euro kalkulieren nehmen nur etwa 1 Prozent ein festes Entgelt für die Lieferung. Weitere 4 Prozent nehmen nur manchmal ein Entgelt. Durchschnittlich wird eine Lieferung mit 3 Euro kalkuliert.

Als Hauptgrund für das Anbieten von kostenlosen Lieferdiensten nennen die Apotheker die Möglichkeit der Neukundengewinnung und die Bindung von Bestandskunden. Jedoch sehen sie auch das Risiko, dass solche Dienste die Rendite zu sehr schmälern und die Möglichkeit der Zusatzverkäufe vor Ort (Cross-Selling) erschwert wird, da diese Lieferungen bereits zu einem großen Teil per Telefon und auch zunehmend über die Webseite der Apotheken vereinbart werden.

Kommentar: Bei der Novellierung der Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) im Juni 2012 hat der Gesetzgeber die Regelungen zum Liefer- und Botendienst überarbeitet. Von der ursprünglich geplanten Liberalisierung, die Lieferungen auch über den Einzelfall hinaus gestattet, sah der Gesetzgeber ab.

In der neuen ApBetrO unter § 17 Abs. 2 Satz 4 wird die Abgabe von Medikamenten durch einen Boten näher geregelt. So wird nun explizit gefordert, dass auch im Fall einer Lieferung eine Beratung durch pharmazeutisches Personal im unmittelbaren Zusammenhang mit der Auslieferung erfolgen muss, wenn die Beratung nicht bereits zuvor in der Apotheke vorgenommen wurde.

Fraglich ist dennoch ob die in  § 17 Abs. 2a Satz 1 Nr. 7 ApBetrO eingeführte Regelung, dass Versandhandelsapotheken eine Telefonnummer zu kostenfreien Beratung nennen müssen, auch auf stationäre Apotheken übertragbar ist. Die Apothekengewerkschaft Adexa bestätigte diese Aussage und meint, dass „[…] eine telefonische Beratung, die im zeitlichen Zusammenhang mit der Auslieferung erfolgt, auch beim Botendienst ausreichend und zulässig ist.“

[ilink url=“http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=nachrichten&type=0&no_cache=1&Nachricht_ID=45877&Nachricht_Title=Nachrichten_Apotheken-Service%3A+Zustellung+fast+immer+kostenlos“] Link zur Quelle (PZ)[/ilink]