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Der Umsatz der Versandapotheken mit Arznei- und Gesundheitsmitteln sowie Kosmetika und Medizinprodukten ist im vergangenen Jahr weiter gewachsen: Nach Zahlen des Marktforschungsunternehmens IMS Health stiegen die Erlöse um 6,8 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Damit fällt das Wachstum etwas niedriger aus als im Vorjahr: Von 2010 auf 2011 hatte sich der Umsatz um 8,4 Prozent erhöht.

Der größte Teil im Versandhandel entfiel auf OTC-Präparate: 58 Prozent des Umsatzes beziehungsweise 806 Mio. Euro erwirtschafteten die Versandapotheken mit rezeptfreien Arzneimitteln. Auf Kosmetik und Körperpflege entfielen 11 Prozent des Umsatzes, das entspricht 147 Mio. Euro. Mit Tests sowie Heil- und Hilfsmitteln setzten die Versandapotheken 69 Mio. Euro um (5 Prozent) und im Bereich Ernährung 30,5 Mio. Euro (2 Prozent). Demgegenüber sankt der Marktanteil gemessen am Umsatz bei rezeptpflichtigen Medikamenten von 27 auf 24 Prozent. Ausschlaggebend hierfür ist eine Entscheidung des Gemeinsamen Senats der obersten Gerichtshöfe des Bundes nach der die deutschen Preisvorschriften auch für Versandapotheken in anderen EU-Mitgliedsstaaten gelten.

Im Vergleich mit dem Geschäft der Offizinapotheken (44, 1 Mrd. Euro) lässt sich der Versandhandel, der nur einen kleinen Anteil von 3 Prozent am Gesamtmarkt ausmacht, jedoch nach wie vor als ertragreich beschreiben. Der in den Vorortapotheken erwirtschaftete Umsatz stieg lediglich um rund 1 Prozentpunkt, die Menge ging in dieser Größenordnung zurück. Im OTC-Segment hat sich der Versandhandel derweil als wichtiger Vertriebskanal etabliert, hier liegt der monatliche Umsatzanteil zwischen 11 und 12 Prozent.

Kommentar: Mit den hier dargestellten Zahlen wird deutlich, dass sich der Versandhandel auf den OTC-Markt spezialisiert hat. Seit 2008 ist der Umsatz mit nicht-rezeptpflichtigen Arzneimittel von 308 Mio. Euro auf über 500 Mio. Euro gewachsen. Indes geht der Streit um Rx-Boni, dessen Versand in diesem Betrachtungszeitraum auf der Stelle tritt, weiter: Der BGH hat hier betont, dass jede Abweichung vom Festpreis, auch indirekt durch Gutscheine, einen Verstoß gegen das Arzneimittelgesetz und die Arzneimittelpreisverordnung bedeutet. Aus aufsichtsrechtlichen bzw. berufsrechtlichen Gründen finden hierzu verschiedene Verfahren gegen rabattierende Apotheker vor den Verwaltungsgerichten und Berufsgerichten in Deutschland statt.

Seit Ende des letzten Jahres darf die niederländische Versandapotheke DocMorris ihren Kunden keine Prämien mehr anbieten, wenn diese an dem von DocMorris angebotenen Arzneimittel-Check teilnehmen.

[ilink url=“http://www.pharma-relations.de/news/apothekenversandhandel-waechst-auch-in-2012″] Link zur Quelle (Pharma Relations)[/ilink]