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Das von der KBV und ABDA entwickelte Arzneimittelversorgungsmodell, welches in Zukunft in Modellversuchen getestet werden könnte, hat auch Einflüsse auf den Vertrieb im Hilfsmittelbereich. Ein wesentliches Element des Arzneimittelversorgungsmodell ist dabei, dass niedergelassene Ärzte nur noch den Wirkstoff verordnen, über das Präparat entscheidet der Apotheker anhand einer zuvor festgelegten Liste.

Wenn dieses Prinzip auch auf die Verordnung von Hilfmitteln übertragen wird, gewinnt der Vertriebskanal Apotheke an Bedeutung – vor allem in Versorgungsbereichen, in denen Verordnungen oft mit Produktnamen versehen werden, wie z.B. bei der modernen Wundversorgung. Die Entscheidung über das Produkt würde sich dann vom niedergelassenen Arzt auf den Apotheker verlagern.

Strategisch sollte jetzt überprüft werden, welche Gewichtung die beiden Kanäle im Unternehmen haben und ob und in welchem Zeitrahmen eine Umschichtung vom Arzt auf den Apothekenkanal vorgenommen werden kann. Da das Versorgungskonzept in der pharmazeutischen Industrie und auch beim Hausärzteverband auf viele Widerstände stößt, bleibt allerdings abzuwarten, ob es sich überhaupt duchsetzt.