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Die in den letzten Jahren durchgeführten Ausschreibungen der Krankenkassen im Bereich der Inkontinenzversorgung haben zu Kritik bei Heimbetreibern geführt. Insbesondere Ausschreibungen, die häusliche und stationäre Inkontinenzversorgungen kombinieren, haben im Heimbereich zu Problemen geführt.

Dies war der Anlass einer Arbeitsgruppe mit Vertretern von Krankenkassen, Heimträgern, Herstellern und Leistungserbringern, die sich jetzt auf ein „Konsenspapier zur aufsaugenden Inkontinenzversorgung in Alten- und Pflegeheimen“ verständigt haben.

Drei Handlungsfelder sollen das derzeitigen Versorgungssystems für aufsaugende Inkontinenzprodukte optimieren:

1. Regelungsbedarf

  • einheitlicher Versorgungsstandard
  • Vorschlag kassenübergreifende Verträge mit kostendeckender Pauschale zwischen Krankenkassen und Alten- und Pflegeheimen nach § 127 Abs. 2 SGB V abzuschließen
  • Bürokratieabbau wünschenswert, z.B. durch schlankere Abrechnungsstrukturen
  • Definition, was die Pauschale für Inkontinenzprodukte beinhaltet

2. Qualität und Wirtschaftlichkeit der Produkte und Dienstleistungen

  • Überarbeitung des Hilfsmittelverzeichnisses dringend notwendig, da derzeitige (Versorgungs-) Standard nicht mehr dem aktuellen Stand der Medizintechnik und Produkttechnologie entspreche.

3. Qualität und Quantität des versorgenden Personals

  • Ein angemessener Personalschlüssel und geschultes Personal sind zur Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen Versorgung unabdingbar.
Kommentar: Natürlich ist es grundsätzlich zu begrüßen, wenn Kostenträger und Leistungserbringer zu einem Konsens kommen. Dennoch bliebt abzuwarten, ob sich alle Krankenkassen dem vorbehaltlos unterwerfen. Den oben genannten Punkten dürften alle Marktteilnehmer zustimmen, die offene Frage bleibt, wie am Ende die Umsetzung aussieht. Ein Erfolg wäre es allerdings schon, wenn die Alten- und Pflegeheime von Ausschreibungen verschont werden; zurzeit schreiben noch eine Hand voll Krankenkassen die Inkontinenzversorgung aus, allerdings nur veinzelt in Heimen. Das Modell „gemeinsame Arbeitsgruppe“ könnte sich in Zukunft auch mit anderen Versorgungsbereichen beschäftigen, die offene Frage ist dabei: Welchen Einfluss würde das auf den Markt haben?

Das Konsenspapier kann beim BVMed unter [ilink url=“http://www.bvmed.de/stepone/data/downloads/3b/e9/00/konsenspapier-zur-aufsaugenden-inkontinenzversorgung-in-alten-und-pflegeheimen-kopie.pdf“]www.bvmed.de (Publikationen – Hilfsmittel)[/ilink] abgerufen werden.