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In Melsungen haben die Universität Kassel und der Medizintechnik Konzern B. Braun eine Vereinbarung über eine strategische Kooperation geschlossen. Sie bezieht sich auf die Bereiche Forschung und Entwicklung, Personalentwicklung und Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchs. Ziel dabei sei es Forschungsthemen und Handlungsfelder gemeinschaftlich zu bearbeiten, um Kompetenzen aufzubauen, neue Forschungsthemen zu generieren, akademischen Nachwuchs zu qualifizieren und Innovationen zu fördern.

Als weiteres zentrales Vorhaben soll ein Anwendungszentrum für Kunststoffverarbeitung im Universitätsgebäude eingegliedert werden, welches die Kunststoffverarbeitung mit der Fertigung in der Medizintechnik verknüpfen soll. Dabei zeichnete sich eine engere Kooperation von beiden Seiten schon länger ab. So erklärt B. Braun Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Heinz-Walter Große, dass „Es […] eine lange Tradition der Zusammenarbeit mit der Universität in einer Vielzahl von Projekten gibt. Die Aktivitäten möchten wir bündeln und strategischer ausrichten.“ Dabei wird B. Braun bis 2015 bis zu 2,6 Mio. Euro investieren. Davon entfallen rund 1,5 Mio. Euro auf die Laborausstattung und mindestens 300.000 Euro pro Jahr auf Form Forschungs- und Entwicklungsaufträge.

Die Leitung des Zentrums, welches seit Januar dieses Jahres bereits im Probebetrieb läuft, wird  Prof. Dr. Hans-Peter Heim, Leiter des Fachgebiets Kunststofftechnik an der Universität Kassel, übernehmen. Die Kooperation soll dabei nicht exklusiv stattfinden, sondern offen für die Zusammenarbeit mit weiteren Firmen sein.

Kommentar: Damit Universitäten Personal und Ausstattung finanzieren bedarf es, zu einem gewissen Anteil, der sogenannten Drittmittel. Normalerweise findet eine Kooperation zwischen Hochschule und der Industrie nur im Rahmen von Forschungsprojekten statt, die einer zeitlichen Befristung unterliegen. Dass nun ein privatwirtschaftliche Organisation die gesamte Ausstattung eines Zentrums übernimmt, ist nicht neu. So unterstützt Bayer weltweit mehrere hundert Hochschulen durch Stiftungslehrstühle. Fresenius verfügt in Deutschland sogar über sieben eigene Hochschulstandorte.

Oftmals sind solche Kooperationen nicht gern gesehen, da die Gefahr gesehen wird, dass die Unabhängigkeit der Forschung eingeschränkt wird. In der Tat ist es so, dass durch eine solche Kooperation Einfluss auf die Art der Forschung genommen werden kann. Jedoch sehen nach einem Bericht des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft ein Großteil der Universitäten eine solche Kooperation als Win-Win-Situation, da so die Möglichkeit besteht näher an den tatsächlichen Bedürfnissen der Industrie und somit auch an den Bedürfnissen der Menschen zu forschen.

[ilink url=“http://www.bbraun.de/cps/rde/xchg/bbraun-de/hs.xsl/news_17678.html“] Link zur Quelle (B. Braun)[/ilink]