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Im Rahmen des 5. Nationalen Qualitätskongress Gesundheit in Berlin beklagte sich der Chef der Barmer GEK, Christoph Straub über eine sinkende Qualität des deutschen Gesundheitswesens. Im Wesentlichen sei daran die Trennung von stationärer und ambulanter Versorgung mit ihren unterschiedlichen Planungs- und Vergütungssystemen Schuld. Hinzu komme eine fehlende Kooperationsbereitschaft und Interdisziplinarität zwischen den medizinischen Fachrichtungen. Als Beispiel für den Qualitätsverlust nannte Straub den Verlust von Transplantations-Organen. Diese würden aufgrund einer mangelhaften Verzahnung der Sektoren verlorengehen. Außerdem seien die Erfolge in der onkologischen Behandlung in Deutschland im internationalen Vergleich nur durchschnittlich.

Auch der Vorsitzende des Vereins Gesundheitsstadt Berlin, Ulf Fink sieht Defizite. Jährlich würden in Deutschland 17.000 Menschen in  Kliniken sterben aufgrund vermeidbarer Fehler. Eine konsequente Weiterentwicklung des gesamten Gesundheitssystems unter Qualitätsgesichtspunkten sei daher erforderlich. Dies sei „eine dauernde und niemals endende Aufgabe“. Wesentlich sei zudem, betonte Fink, „dass sich die Qualitätssicherung stärker an Ergebnissen ausrichtet und verbindlicher umgesetzt wird“.

Kommentar: Viele Meinungsäußerungen der letzten Wochen von führenden Kassenvertretern lassen vermuten, dass die Verzahnung des stationären und ambulanten Sektors auf der Prioritätenliste ganz oben steht. Von Seiten der Kassen dürfte in diesem Bereich in den nächsten Monaten weiter Druck auf die Politik ausgeübt werden, um die Grenze zwischen den beiden Sektoren durchlässiger zu gestalten.