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Deutschlands größte Krankenkasse, die Barmer GEK, prognostiziert für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) mittelfristig wieder mehr Ausgaben als Einnahmen. Nach Einschätzung der Kasse würden sich die Einnahmen in den nächsten Jahren um 1 bis 1,5 Prozent erhöhen, die Ausgaben zum langjährigen Trend von rund 3,5 Prozent mehr pro Jahr zurückkehren.

Für das erfolgreiche Abschneiden im letzten Jahr und das aktuelle Einnahmenplus seien eine vergleichsweise niedrige Arbeitslosenquote, Lohnsteigerungen und die Rentenanpassung zur Jahresmitte verantwortlich.

Die Anfang 2010 fusionierte Barmer GEK nutze ihrerseits die Situation zur Erneuerung und habe die Anzahl der Sachgebiete und Einheiten in der Hauptverwaltung um 30 Prozent reduziert. Zudem habe man die Anzahl der Mitarbeiter um 25 Prozent reduziert. Da man die Ausschüttung von Prämien an die Versicherten ablehne, habe man in eine Produktoffensive zur Gesundheitsförderung investiert.

Kommentar: Die Krankenkassen und der Gesundheitsfonds werden bis Ende 2012 Rücklagen in Milliardenhöhe anhäufen. Hierbei dürften die Reserven der Kassen bis Ende 2012 um etwas mehr als 2 Mrd. Euro auf 12 Mrd. Euro anwachsen. Im Gesundheitsfonds steigt die Liquiditätsreserve um etwas mehr als 1 Mrd. auf 11 Mrd. Euro. Dementsprechend wird es Ende 2012 rund 23 Mrd. Euro Reserven geben.

Dennoch gilt zu berücksichtigen, dass die Rücklagen der Krankenkassen, die diese selber anlegen, gar nicht so groß sind, wie sie scheinen. 10 Mrd. Euro sind weniger als eine Monatsausgabe. Außerdem ist die Situation, dass die Einnahmen der Krankenversicherung höher sind als die Ausgaben, historisch einmalig.

[ilink url=“http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/krankenkassen/article/817499/barmer-prognose-kassen-ausgaben-steigen.html“] Link zur Quelle (Ärzte Zeitung)[/ilink]