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Die Beratungsfirma Boston Consulting Group will die Krankenhauslandschaft umgestalten und schlägt Ratings für deutsche Kliniken vor. Dazu soll ein Ranking-Portal in der Art der Stiftung Warentest Ärzte und Patienten darüber informieren, welche Ärzte in welchen Krankenhäusern bspw. am besten Hüftgelenke austauschen. Davon versprechen sich die Autoren der Untersuchung „Qualitätswettbewerb – Chancen für Deutschlands Gesundheitssystem“ eine Verbesserung der Versorgungsqualität und eine Verringerung der Gesundheitsausgaben.

Zur Verdeutlichung nennt die Studie ein konkretes Rechenbeispiel: Würden alle Patienten in Deutschland, die ein künstliches Hüftgelenk benötigten, in die besten 20 Prozent der Krankenhäuser gesteuert, ließen sich rund 75 Millionen Euro und damit fünf Prozent der jährlichen GKV-Ausgaben für Hüft-OP-Patienten einsparen. Der Studie zufolge sei ein signifikanter Zusammenhang zwischen der Anzahl der Operationen und der Qualität gegeben. Je höher die Fallzahl desto verlässlicher lägen die Komplikationsraten bei einem niedrigen Wert. Deutlich wurde dies mit Blick auf Hüftimplantationen in Deutschland: Mehr als 1000 Krankenhäuser bieten die Operation an; die Fallzahlen liegen zwischen sieben und mehr als 1000 im Jahr.

Als einen weiteren Änderungsvorschläg sprach sich BCG für die Möglichkeit aus, Einzelverträge zwischen Krankenkassen für bestimmte Leistungsbereiche mit Kliniken abzuschließen zu können.Von der Politik fordert das Beratungshaus zudem Strukturen, die zu Mengenbegrenzungen und Spezialisierungen im stationären Sektor führten.

Kommentar: Auch die Krankenkassen sehen in der Überlegung, Einzelverträge mit Krankenhäusern zu schließen, eine Möglichkeit, Wettbewerbsimpulse zu setzen. Bisher müssen die Krankenkassen mit jedem Krankenhaus kooperieren – unabhängig von der Behandlungsqualität und auch unabhängig davon, wie effizient ein Haus geführt wird (Kontrahierungszwang). Direktverträge mit bestimmten Krankenhäusern könnten daher ein Instrument darstellen, um für mehr Wettbewerb unter der Krankenhäusern zu sorgen. Nach Ansicht der Kassen könnten durch Einzelverträge besonders bei planbaren Leistungen, wie z.B. dem Einsetzen eines künstliches Hüft- oder Kniegelenks, gezielt Patienten in bestimmte Häuser geleitet und die Vergütung stärker an Qualitätsindikatoren gekoppelt werden.

[ilink url=“http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/versorgungsforschung/article/849112/wissenschaftler-fordern-qualitaets-rangliste-krankenhaeuser.html“] Link zur Quelle (Ärzte Zeitung)[/ilink]