Seite auswählen

Großbritannien plant in den nächsten fünf Jahren drei Millionen Menschen telemedizinisch zu versorgen. Diese Entscheidung des britische Gesundheitsministerium basiert auf einer Großstudie,  deren erste Ergebnisse vorliegen: Patienten, die telemedizinisch betreut werden, kommen um 20% seltener als Notfall ins Krankenhaus, die Krankenhaustage wurden um ein Achtel reduziert und die Mortalität sank um 45%.

Das Projekt soll in Zusammenarbeit mit der Industrie umgesetzt werden, Premierminister David Cameron sprach von einem „landesweiten Rollout“ der Telemedizin.

Kritik kommt an der mangelnden Transparenz der Studie auf. Bisher wurden nur erste Ergebnisse in einem kurzen Statement des Gesundheitsministeriums veröffentlich, weitere Veröffentlichungen gibt es bisher nicht. Es ist unklar, wie die Einschluss- und Ausschlusskriterien waren und wie die Patienten randomisiert wurden.

Kommentar: Während sich in Deutschland aufgrund der Rahmenbedingungen – vor allem der fehlenden Erstattung der gesetzlichen Krankenkassen – die Telemedizin sich bisher nicht durchsetzen konnte, entwickelt sich Großbritannien zu einem Vorreiter in diesem Bereich. Deutschland muss hier darauf achten, nicht den Anschluss an wichtige technologische Entwicklungen im Bereich des Gesundheitswesens zu verpassen. Die Politik ist gefordert entsprechende Rahmenbedingungen in Deutschland zu schaffen.

[ilink url=“http://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/telemedizin/article/683583/britische-regierung-macht-telemedizin-politik.html“]Link zur Quelle (Ärztezeitung)[/ilink]