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Im Rahmen der zweiten Innovationsklima-Umfrage des Bundesverbandes Medizintechnologie (BVMed) wurden 68 Mitgliedsunternehmen des BVMed online zum Innovationsklima in Deutschland befragt. Das Ergebnis: Deutschland verfüge in der Medizintechnik über gut ausgebildete Wissenschaftler und Ingenieure und eine sehr gute klinische Forschung. Allerdings werde, so die befragten Med-Tech Unternehmen, das Innovationsklima durch innovationsfeindlich eingestellte Krankenkassen, bürokratische Prozesse und die Unsicherheiten über die künftige Nutzenbewertung von Medizinprodukten zunehmend gefährdet.

Als innovativsten Forschungsbereich schätzen die Unternehmen wie im Vorjahr die Kardiologie ein. 47 Prozent der Befragten nennen diesen Versorgungsbereich. Es folgen Diagnostik (34 Prozent), Chirurgie (32 Prozent), Neurologie (31 Prozent) sowie Onkologie und Orthopädie (jeweils 20 Prozent).

Kommentar: Die Bedenken der MedTech-Branche, die jährlich eine vierstellige Zahl von Medizinprodukten auf den Markt bringt, lassen sich nachvollziehen: Die Zulassungsbedingungen vor allem für Produkte höherer Risikoklassen (wie Medizinprodukte der Klasse III und Implantate) haben sich seit der im Jahr 2010 vorgenommenen Angleichung der Leistungsbewertungen von Medizinprodukten an das Arzneimittelrecht verschärft.

Fakt ist, dass sich die Unternehmen bei neuen Entwicklungen mehr dem Thema “Nutzenbewertung” annehmen müssen. Hierbei definiert der G-BA den Nutzen, als “eine mehr als geringfügige patientenrelevante positive Wirkung einer medizinischen Maßnahme unter Abwägung des Risikos. Die Bedeutung von validen Daten über Nutzen, Wirtschaftlichkeit und medizinische Notwendigkeit wird in der Folge für die Hersteller sowohl in der Entwicklung als auch nach der Markteinführung wachsen. Denn seitens der Krankenkassen werden Evaluierungen von Behandlungsmethoden gefordert werden.