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Der Stuttgarter Pharmagroßhändler Celesio, der unter dem anhaltenden Rabattwettbewerb in Deutschland leidet, will nun intensiv den bereits im Dezember des letzten Jahres angekündigten Aufbau einer europäischen Apothekenkette vorantreiben. Bis Ende des Jahres sollen 100 Pilotapotheken mit neuem Konzept unter der Dachmarke Lloyds firmieren, kündigte Celesio-Vorstand Stephan Borchert in der „Wirtschaftswoche“ an.

„In den nächsten Jahren wird sich die Zahl auf 300 bis 500 erhöhen.“ Mit Standorten in Hamburg und im bayerischen Ingolstadt sollen zwei Apotheken noch 2013 in Deutschland eröffnen.

Das Lloyds-Konzept setzt laut Borchert nicht auf günstige Preise, sondern auf Beratung. Kunden könnten sich über Gesundheitsthemen informieren, ihren Hauttyp bestimmen und sich die richtige Verwendung von Schmerzmitteln erklären lassen. „Nach den bisherigen Erfahrungen mit Lloyds-Pilotapotheken, vor allem in England, ist der Umsatz mit Haut- und Schmerzmitteln um ein Drittel gestiegen“, sagte Borchert.

Nach erfolgreicher Pilotierung werden die 2.200 Celesio-eigenen Apotheken sukzessive unter dem Markennamen „Lloyds“ in das neue Apothekenkonzept überführt.

Kommentar: Das europäische Apothekenkonzept „Lloyds“ setzt nach Monaten der Konsolidierung mit etlichen Verkäufen von Tochtergesellschaften (wie etwa bei dem Apothekenversandhändler DocMorris) die Fokussierung auf die Kernbereiche Pharmahandel und Apotheken fort.

Allerdings dürfte dieses Vorhaben davon abhängen, wie stark der Handlungsspielraum von Celesio in den jeweiligen europäischen Ländern eingeschränkt wird. Schließlich ist variiert der Grad der Regulierung in den unterschiedlichen Apothekenmärkten. Das Interesse der Apotheker als Gesundheitsberater aufzutreten wird unmittelbar mit der Bereitschaft der Kostenträger verbunden sein, für die angebotenen Zusatzleistungen der Apotheker zu bezahlen. Ein Beispiel hierfür ist Frankreich: Unser Nachbar hat kürzlich im Zuge der Krankenversicherungsreform ein neues Vergütungssystem für Apotheken beschlossen. Dieses sichert den Apothekern mehr Kompetenzen in der Primärversorgung zu. Seit Jahresanfang erhalten die Pharmazeuten beispielsweise Extra-Zuschläge in Form eines Beratungshonars und weitere Vergütungen für ein neues Medikationsmanagement für Chroniker 

[ilink url=“http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/nach-verkauf-von-doc-morris-celesio-plant-europaweite-apothekenkette/8890492.html“] Link zur Quelle (Handelsblatt.com)[/ilink]