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Der Stuttgarter Pharmagroßhändler Celesio verkauft seine Tochtergesellschaft und Versandapotheke DocMorris, sowie die Marke DocMorris an den schweizerischen Pharmadistributor Zur Rose AG. Der Kaufpreis beträgt 25 Mio. Euro, wordurch zusätzliche außerplanmäßige Wertminderungen in Höhe von rund 30 Mio. Euro notwendig werden. Bereits in diesem Jahr hatte Celesio 120 Mio. Euro auf DocMorris abgeschrieben.

Der Verkauf von DocMorris erfolgt im Rahmen der Strategie von Celesio, die Zusammenarbeit mit Vor-Ort-Apotheken durch innovative Serviceleistungen auszubauen. Der Erwerb von DocMorris vor fünf Jahren hatte zu einem andauernden Konflikt mit den deutschen Apothekenkunden von Celesio geführt. Durch den Verkauf soll dieser Konflikt entschärft werden. Celesio wird künftig den Apothekenkunden neue Partnerschaftsmodelle anbieten.

Zur Rose wurde 1993 von 21 Ärzten als Großhandel für Ärzte gegründet. In Frauenfeld wurde 1999 ein Logistikzentrum mit einer Fläche von 4500 Quadratmetern eröffnet, zwei Jahre später startet Zur Rose als Versandapotheke mit der Direktbelieferung an Patienten.

Kommentar: Celesio hatte DocMorris mit Sitz im niederländischen Heerlen im April 2007 zu 90 Prozent für 183 Mio. Euro übernommen und zwei Jahre später die verbliebenen Anteile nachgekauft.

Der nun erzielt Kaufpreis besiegelt das verlustreiche Geschäft, das der Vorgänger von Markus Pringer, Fritz Oesterle, eingefädelt hatte. Nach zahlreichen Abschreibungen auf das Franchisekonzept bleiben nun von einem Wert von über 200 Mio. Euro ledglich 25 Mio. Euro als Verkaufserlös übrig.

Der Hauptgrund für den Wertverlust dürfte in dem Verbot der Gewährung eines Bonus auf rezeptpflichtige Arzneimittel liegen. Damit ist die einstige Idee von Oesterle, Celesio mit DocMorris auf eine mögliche Liberalisierung des Apothekenmarktes in Deutschland vorzubereiten, gescheitert. DocMorris hatte besonders stark von dem Preisvorteil in Form einer Reduzierung der Rezeptgebühr für rezeptpflichtige Medikamente profitiert.

Ob das in der Schweiz ansässige Unternehmen, Zur Rose, Erfolg mit DocMorris haben wird, darf angezweifelt werden. Jedenfalls hat die Aktiengesellschaft, die in der Schweiz ebenfalls eine Versandapotheke betreibt, bereits Erfahrung mit dem Geschäftsmodell.

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