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Nach einem Schlaganfall oder einer Querschnittslähmung wieder gehen können. Diesen Traum wollen Ärzte der Schön Klinik in Bad Aibling mit einem mobilen Gehroboter erfüllen. Der Roboter der Firma Ekso Bionics ist als Exoskelett konzipiert und soll den Körper eines gelähmtes so stark stützen, dass diese sogar wieder aufstehen und gehen können.

Jedoch sei diese Entwicklung nicht für alle querschnittsgelähmten Patienten geeignet. Als Mindestvoraussetzung müssen die Gelähmten zumindest die Arme einsetzen können um das Gerät zu bedienen. Erste Schätzungen gingen von etwa zehn Prozent aller Betroffenen aus. „Am Ende könnte es sogar auf weniger herauslaufen“, so Rüdiger Rupp vom Querschnittszentrum der Uniklinik Heidelberg. Dort wurde das Exoskelett inzwischen auch an Patienten getestet. Das Skelett sei aber kein Ersatz zum Rollstuhl, sondern eher ein Bewegungstraining. Laut Aussage von Rupp sei ein klarer Anwendungsbereich aber noch nicht absehbar.

Auch bei Schlaganfallpatienten kommt nur ein geringer Teil der Patienten in Frage. Insbesondere müssen diese geistig fit genug sein. Neben den Nutzen für den Patienten würden durch das Exoskelett auch Therapeuten entlastet indem viel mehr Schritte mit Patienten gegangen werden können, sagte Chefarzt Friedemann Müller von der Schön Klinik. Die Frage ob ein solches Skelett einen Zusatznutzen gegenüber der etablierten Therapie bringt, muss in Studien jedoch erst geklärt werden. Laut Ekso Bionics laufen derzeit erste Studien deren Ergebnisse in 2014 vorliegen werden.

Kommentar: Sollte diese Entwicklung tatsächlich eine positive Nutzenbewertung erhalten, wäre dies ein weiterer Schritt für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen hin zu einem etwas normaleren Leben. Aber auch Hilfsmittelhersteller könnten von einer eigenen Entwicklung im Bereich des autonomen Gehens von Gelähmten profitieren, da dies eine Möglichkeit bietet sich von der Konkurrenz abzusetzen, wenn neben verschiedenen Rollstühlen nun auch ein weiteres Hilfsmittel Verwendung finden wird. Schließlich wird auch langfristig nicht auf den Rollstuhl verzichtet werden können.

Ein Hilfsmittelhersteller, der jetzt bereits am Markt gut etabliert ist, könnte aufgrund seiner Marke und seines Images für eine hohe Verbreitung, zumindest im gutbetuchten Privatzahlermarkt, sorgen.

[ilink url=“http://www.kma-online.de/nachrichten/politik/id__30998___view.html“] Link zur Quelle (kma-online)[/ilink]