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Die Ergebnisse einer 2011 von der Kassenärtzlichen Bundesvereinigung (KBV) durchgeführten Umfrage machen es deutlich: Die wachsende Anzahl älterer Menschen stellt Medizinische Versorgungszentren (MVZ) im ländlichen Raum vor große Herausforderungen. Dabei kommen ursächlich zwei Faktoren zum Tragen: Zum einen die großen Distanzen auf dem Land, die für die Hausversorgung dieser älteren Patienten überwunden werden müssen. Zum anderen ist es in diesen Regionen mangels Regionsattraktivität zunehmend schwieriger, kollegiale Unterstützung zu erhalten.

Die MVZ, die als interdisziplinäre Kooperationsform angelegt sind, reagieren im ländlichen Raum auf diese Entwicklung interessanterweise mit vermehrten Kooperationen mit weiteren Gesundheitsversorgern (Stichwort: Zweigpraxen). Zugleich hat eine zusätzliche Verschiebung stattgefunden. War 2005 die Hauptgründungsmotivation eines MVZ die erweiterte Position am ambulanten Markt, so wird dies heute nur noch von 59 Prozent (zuvor 85 Prozent) der Befragten genannt. Demgegenüber nimmt die Gründungsmotivation „Entlastung von Verwaltungsaufgaben“ einen größeren Stellenwert ein: Sie stieg von 26 auf 37 Prozent.

Kommentar: Der Grundtenor dieser Meldung, dass der von allen Seiten gebetsmühlenartig postulierte demographische Wandel nun tatsächlich in der realen Gesundheitswirtschaft angekommen ist, zeichnet ein aktualisiertes Bild der Entwicklungen, die ein MVZ betreffen.

Zum einen gewinnt die Personalsuche für einige dieser Kooperationszentren einen ganz neuen Stellenwert. Diese Entwicklung wurde nicht zuletzt auch vom Gesetzgeber erkannt. Mit dem Versorgungsstrukturgesetz 2012 änderte die Bundesregierung die legeslativen Rahmenbedingungen zur Praxisgründung entscheidend.

Zum anderen ist die Standortproblematik mehr denn je ein Faktor, mit dem sich sowohl zusammengeschlossene Ärzte in MVZ als auch die Niedergelassenen intensiv beschäftigen müssen. Diesbezüglich ist eine Standortanalyse eine gute Basis, um fundierte Entscheidungen treffen zu können. Aber auch, um den aktuellen Standort zu analysieren und kluge Handlungsempfehlungen zu generieren.

[ilink url=“http://www.hausarzt.de/content/red.otx/1108,121505,0.html“]Link zur Quelle (hausarzt.de)[/ilink]