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Die Anzahl der Menschen, die weltweit mit einer Demenz leben, wird sich bis zum Jahr 2050 laut einer neuen Analyse von Alzheimer’s Disease International (ADI) (Link zur Homepage) verdreifachen. Derzeit leiden der Dachvereinigung von 79 gemeinnützigen Alzheimerorganisationen zufolge rund 44 Mio. Menschen an dieser Krankheit, bis 2030 werden es ca. 76 Mio. bis 2050 sogar geschätzte 135 Mio. Menschen sein. Die Zahlen, die sich auf die Durchsicht von 154 Studien weltweit stützen, wurden im Vorfeld des am 11. Dezember in London stattfindenden ersten G8-Gipfels zum Thema Demenz veröffentlicht.

Die Studienautoren sehen Demenz zunehmend als ein globales Problem, das verstärkt Auswirkungen auf Entwicklungsländer habe: Besonders stark betroffen werden Südostasien und Afrika sein. Derzeit entfallen 38 Prozent der Erkrankungen auf reiche Länder. Diese Verteilung soll sich laut Voraussagen bis 2050 deutlich verändern. Dann leben 71 Prozent der Erkrankten in Ländern mit geringen und mittleren Einkommen. Die aktuelle Studie geht davon aus, dass die meisten Regierungen auf diese Epidemie vollkommen unvorbereitet sind.

Kommentar: In Deutschland leben nach Angaben der Deutschen Alzheimergesellschaft rund 1,4 Millionen Menschen mit Demenz. Für das Jahr 2050 geht die Gesellschaft von einer Verdopplung dieser Zahl auf rund drei Millionen Betroffene aus. Wenn sich die Prognosen der Experten bewahrheiten, werden dann fast vier Prozent der Deutschen demenzkrank sein.

Weil Alzheimer bislang unheilbar ist und auch die Arzneimittelhersteller bis dato trotz zahlreicher Forschungsprojekte kein Medikament gegen Alzheimer entwickelt haben, kommt der Prävention eine besondere Bedeutung zu. Schätzungen der ADI zufolge könnten etwa zehn Prozent der Fälle von Demenz durch Verbesserungen der öffentlichen Gesundheit vermieden werden. Mögliche Maßnahmen hierzu sind etwa Anti-Raucherkampagnen und Strategien gegen Bewegungsmangel, Adipositas, Bluthochdruck und Diabetes.

Infolge der steigenden Verbreitung von Demenz in Deutschland benötigen immer mehr Menschen Betreuung, denn über neunzig Prozent der Betroffenen ist pflegebedürftig. Fraglich bleibt, ob die seit diesem Jahr beschlossenen Leistungsverbesserungen für die Pflege von Demenzkranken und die bereits im Koalitionsvertrag angekündigte Erhöhung des Beitrages zur Pflegeversicherung dieser Entwicklung gerecht werden.

[ilink url=“http://www.wallstreet-online.de/nachricht/6448748-demenz-2050-135-mio-patienten-erwartet“] Link zur Quelle (Wallstreet-Online)[/ilink]