Seite auswählen

In einer Untersuchung des statistischen Bundesamts wurde der Einfluss der zunehmenden Alterung der deutschen Bevölkerung auf die Krankheitskosten vor allem im stationären Bereich untersucht. Dazu wurden Daten aus der Krankheitskostenrechnung, der fallpauschalenbezogenen Krankenhausstatistik und der Bevölkerungsvorausberechnung des Bundes und der Länder ausgewertet.

Im Ergebnis fällt unabhängig vom Alter ein Großteil der Krankheitskosten eines Menschen am Lebensende an. Die hohen Pro-Kopf-Kosten alter Menschen erklären sich vor diesem Hintergrund mit der Tatsache, dass das Sterberisiko mit dem Alter steigt.

Vergleicht man allerdings die Kosten für die Behandlung von im Krankenhaus Verstorbenen mit den Behandlungskosten von Entlassenen, zeigt sich, dass diese mit zunehmendem Alter sinken.

Am höchsten sind die Kosten mit 20.430 Euro bei Kindern bis zu 14 Jahren, die im Krankenhaus sterben; im Fall einer Entlassung der jungen Patienten entstehen Kosten von 3.610 Euro. Bei hochbetagten Patienten über 85 Jahre sind die Kosten im Sterbefall mit 4.890 Euro nur noch 1,3-mal so hoch wie bei einer Entlassung (3.750 Euro). Dieser Unterschied relativiert sich freilich, wenn die schließlich gestorbenen Patienten im letzten Lebensjahr mehrfach hospitalisiert worden sind.

In einer Projektion auf das Jahr 2030 in zwei unterschiedlichen Szenarien (1: Status Quo und 2: die Menschen werden gesünder älter , „Kompression“)  werden die Behandlungskosten bis zum Jahr 2030 entweder um 5 Prozent (Kompressions-These) oder um 13 Prozent steigen. Selbst im zweiten – pessimistischen – Fall lägen die Klinikkosten mit 75,5 Mrd. Euro nur mäßig über den Ausgaben im Basisjahr 2008 (66,7 Mrd. Euro).

Die demografisch bedingte Ausgabenentwicklung im Krankenhaus gibt also keine Hinweise auf eine zukünftige Kostenexplosion.

Allerdings wurden bei der Untersuchung weitere Faktoren wie  etwa „der medizinisch-technische Fortschritt, die Entwicklung der ambulanten Kosten, insbesondere im Bereich Arzneimittel und die Teuerung“ und die Einnahmenseite der Krankenkassen außer Acht gelassen.

[ilink url=“http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/article/666919/methusalem-ruiniert-sozialkassen-nicht.html“]Link zur Quelle (Ärzte Zeitung)[/ilink]