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Der Auftritt hunderter Krankenschwestern bei der Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele in London machte den nationalen Health Service (NHS) Großbritanniens weltweit bekannt. Das Land will nun den NHS, seinen staatlichen Gesundheitsdienst, ins Ausland exportieren, indem namhafte NHS-Kliniken, die in ihren Behandlungsfeldern zum Teil weltweit führend sind, Zweigstellen im Nahen Osten, in den USA und anderswo eröffnen sollen. Durch das Programm soll Regierungsplänen zufolge zusätzliches Geld in die Kassen fließen. Eine eigene Agentur werde ab Herbst 2012 zwischen den Krankenhäusern und den jeweiligen Regierungen vermitteln.

Investitionen müssen die Kliniken aus den Gewinnen mit  Privatpatienten finanzieren. Darüber hinaus gehender Gewinn muss zurück an den NHS in Großbritannien fließen.

Kommentar:  Der Erfolg dieser Idee hängt von der Fähigkeiten ab, ein Krankenhaus erfolgreich in einen anderen Markt zu exportieren. Sowohl die Unterschiede der verschiedenen Gesundheitssysteme als auch die Finanzierungen und damit die Möglichkeit Gewinne zu generieren sind sehr unterschiedlich. Gerade die Planungssicherheit ist in staatlich kontrollierten Gesundheitssystemen nicht immer gegeben und reine Privatkliniken müssen sich dem Wettbewerb stellen. Insgesamt ist die Idee daher noch mit vielen Fragezeichen versehen, zumal die Investitionen – und damit das Risiko – den Krankenhäusern aufgebürdet werden. Die offene Frage für alle Bereiche des Gesundheitswesens in Deutschland lautet aber ähnlich: Habe ich eine Chance mein Geschäftsmodell oder meine Versorgungskompetenz ins Ausland zu exportieren?