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Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) warnt vor Hausarzt-Verträgen, die eine überwiegende Verordnung preiswerter Blutzucker-Messgeräte vorschreiben. Damit würden Patienten mit Diabetes Typ 1 oder Schwangerschaftsdiabetes gefährdet, die auf exakte Messungen des Blutzuckerspiegels angewiesen sind.

Preisgünstige Blutzuckermessgeräte sind in Kombination mit den dazugehörigen Teststreifen häufiger unzuverlässig in der Messgenauigkeit. Untersuchungen zur Messgenauigkeit von Blutzuckermessgeräten zeigen, dass zwischen 20 und 40 Prozent der Geräte die Anforderungen bei entsprechenden Evaluierungen nach den Vorgaben der Norm nicht erfüllen

Hintergrund sind seitens der Krankenkassen und kassenärztliche Vereinigungen vorgegebene Verordnungsquoten. So habe etwa die Kassenärztliche Vereinigung Bremen allen Ärzte, die am Versorgungsmodell „Ihr Hausarzt“ teilnehmen, vorgegeben, Geräte der „B-Klasse“ (B-Systeme sind preislich günstiger als A-Systeme) in einem Umfang von 70 bis 90 Prozent zu verordnen.

Darüber hinaus besteht aus Sicht der DDG dringender Handlungsbedarf, die Vorgehensweise bei der Verordnung von Blutzuckermessgeräten zu vereinheitlichen. „Bisher existiert in Deutschland ein Flickenteppich, was die Praxis der einzelnen Bereiche der Kassenärztlichen Vereinigungen betrifft“, so die Gesellschaft.

Kommentar:In Deutschland leben sechs Millionen Menschen, die an Diabetes erkrankt sind – Tendenz steigend. Neben der beschriebenen Herausforderung einer qualitativ hochwertigen Diabetes-Versorgung durch die dazugehörige Medizintechnik (vergleiche hierzu die Diskussion über die Kostenübernahme von Geräten und Sensoren für die kontinuierliche Messung des Zuckerverlaufs) ist das Problem des bestehenden Facharzt-Mangels entscheidend.

Denn einer wachsenden Zahl an Diabetespatienten steht immer noch eine recht kleine Gruppe an Fachärzten gegenüber –  Ende 2012 gab insgesamt 3.940 Diabetologen der DDG in der Bundesrepublik. Dies sind bei Weitem nicht genügend Spezialisten, um die diabetologische Gesundheitsversorgung zu  sichern. Auch die regionale und lokale Verteilung der Diabetologen ist recht unterschiedlich: Während in Bremen auf einen Diabetologen der DDG rund 44.000 Einwohner kommen, sind es in Sachsen Anhalt gerade einmal 6.303 Einwohner.

[ilink url=“http://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/presse/ddg-pressemeldungen/meldungen-detailansicht/article/verordnung-von-blutzuckermessgeraeten.html“] Link zur Quelle (DDG)[/ilink]