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Die wachsenden Überschüsse im Gesundheitssystem sollen durch eine Absenkung des Beitragssatzes abgebaut werden. Das hat gestern in Berlin die Deutsche Gesellschaft für Gesundheitsökonomie (DGGÖ) gefordert. „In umlagefinanzierten Sozialsystemen ist es nicht vorgesehen, finanzielle Polster für schlechte Zeiten anzulegen“, erklärte Friedrich Beyer, Vorstandsvorsitzender der DGGÖ.

Die DGGÖ schlägt vor dem Hintergrund der rund 17 Mrd. Euro Kassenüberschüsse eine jährliche Anpassung des Beitragssatzes vor. Dei Höhe solle sich an den durch den Schätzerkreis ermittelten Finanzbedarf richten. Der Beitragssatz solle dabei so gewählt werden, dass er den Finanzbedarf nicht vollständig deckt. Das sei eine Voraussetzung dafür, damit die Mehrzahl der Kassen einen Zusatzbeitrag erheben müsste. Dies fördere den Wettbewerbsgedanken in der Kassenlandschaft und führe zur mehr Effizienz. Die regelmäßige Anpassung des Beitragssatzes führt nach Ansicht der DGGÖ dazu, dass die Zusatzbeiträge relativ konstant bleiben.

Kommentar: Als Ursachen für die Überschüsse im System macht die DGGÖ konjunkturbedingte Mehreinnahmen beim Gesundheitsfonds und zu hohe Zuweisungen je Versicherten bei den Kassen aus. Dies sieht die 2008 gegründete Gesellschaft als problematisch an, da Leistungsausweitungen drohen, die schwer revidierbar seien.

Zudem seien die aktuellen Forderungen nach höheren Vergütungen bestimmter Leistungserbringer, wie bspw. durch Birgit Fischer (VfA), die die Abschaffung des Pharmarabatts für die GKV verlangt, ein Problem, wenn in Zukunft die Ausgaben wieder über den Einnahmen der GKV liegen.

Im Rahmen einer Senkung des Beitragsatzes hebt die DGGÖ hervor, dass so die Arbeitgeber und -nehmer entlasten werden, was zu mehr Arbeitsplätzen bzw. einem höheren Konsum führen kann.

[ilink url=“http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/52044″] Link zur Quelle (Ärzteblatt.de)[/ilink]