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Erkrankungen am Typ-2-Diabetes, ehemals auch als Altersdiabetes bezeichnet, treten immer häufiger auf. Seit Beginn des neuen Jahrtausends erhöhte sich die Zahl um 40 Prozent auf 6,7 Mio. Betroffene. Geschätzt wissen rund zwei Mio. davon bisher nichts von ihrer Erkrankung. Die Deutsche Diabetes-Hilfe (diabetesDE) will mit der gesundheitspolitischen Kampagne „Diabetes STOPPEN – jetzt“ auf diese gefährlichen Missstände aufmerksam machen – und für präventive Maßnahmen und eine frühe Diagnostik werben.

Ein beginnender Diabetes verläuft oft schleichend und wird darum von den Betroffenen häufig erst spät bemerkt. Die Symptome sind meistens unspezifisch und bisher gibt es in Deutschland keine strukturierte Diagnostik. So vergehen teilweise bis zu zehn Jahre, bis eine Diagnose gestellt wird. Eine Schätzung auf Grundlage unterschiedlicher Daten lässt auf eine Anzahl unerkannter Diabetiker zwischen 1,3 und 2,2 Mio.  Menschen schließen. „Die Dunkelziffer liegt in jedem Fall in Millionenhöhe“, meinte Prof. Dr. med. Thomas Danne, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE. „Der Umfang der im Rahmen der hausärztlichen Untersuchung Check-Up 35 reicht nach unserer Ansicht nicht aus“, so der Mediziner. Darum plädiert die Kampagne für eine Ausweitung dieser Untersuchung mit einer Erweiterung. Zusätzlich sollte der HbA1c-Wert, der Langzeitblutzucker, gemessen werden.

Ein nicht diagnostizierter Diabetes ist inbesondere aufgrund der Folgeschäden, die ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel im Gefäßsystem verursacht, riskant. „Nach wie vor sterben etwa 75 Prozent der Menschen mit Diabetes verfrüht an kardiovaskulären Komplikationen“, so Danne. „In Deutschland werden jährlich etwa 50.000 Amputationen vorgenommen und Typ-2-Diabetes ist immer noch die häufigste Erkrankung, die zu Nierenversagen und Dialysepflicht führt.“ Anlass für die Kampagne der diabetesDE ist der Weltgesundheitstag am 7. April. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) legt jährlich das weltweit geltende Thema für diesen Tag fest. Die Wahl fiel 2016 auf Diabetes mellitus.

 Kommentar: Weltweit sind 415 Mio. Menschen von einer Diabeteserkrankung betroffen, Tendenz steigend. Laut Prognosen soll bis 2040 die Anzahl über ein Drittel auf 642 Mio. Betroffene steigen. Auch die Kosten, die die Stoffwechselkrankheit verursacht, sind immens. In Deutschland lagen sie im Jahr 2009 bei 48 Mrd. Euro. Das bedeutet einen inflationsbereinigten Anstieg um 24 Prozent seit dem Jahr 2000.

[ilink url=“http://www.diabetesde.org/nc/presse/pressemitteilungen/detail/zurueck/pressemitteilungen-3/artikel/weltgesundheitstag-am-7-april-2016-mit-schwerpunkt-praevention-und-behandlung-von-diabetes-hohe-di/“] Link zur Quelle (Deutsche Diabetes-Hilfe)[/ilink]