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Die Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte (Gematik) ist im Zuge ihrer Teilnahme am 115. Deutschen Ärztetag in den Dialog mit Ärzten und anderen Leistungserbringern getreten. Arno Elmer, Hauptgeschäftsführer der Gematik, hat die Präsentation der eGK dabei als positiv bewertet: „In vielen intensiven und konstruktiven Gesprächen vor Ort mit Ärzten und Kammervertretern aus nahezu allen Bundesländern konnten wir über die elektronische Gesundheitskarte diskutieren und bestehende Missverständnisse ausräumen.“

Ein positives Feedback über den Messeauftritt kam auch von der Bundesärztekammer in Person von Franz-Joseph Bartmann, Mitglied des Vorstandes und dort verantwortlich für das Thema Telematik: „Die Gematik hat mit ihrem Stand auf dem Deutschen Ärztetag einen ersten Beitrag dazu geleistet, der kritisch bis ablehnenden Haltung in der Ärzteschaft gegenüber der EGK Rationalität und gute Argumente entgegenzusetzen (…).“

Kommentar:  Aufgrund der stark verzögerten Umsetzung steht das E-Health-Projekt nach wie vor in der Kritik. Von dem einst angedachten Spektrum bietet die eGK derzeit bloß zwei Anwendungsmöglichkeiten: Die Erfassung der Versichertenstammdaten und die Behandlung im Ausland durch die Nutzung als europäische Krankenversicherungskarte. Bislang steht also die eGK ohne ihr Herzstück, das elektronische Rezept, da.

Besonders großen Nachholbedarf bei der Einführung der eGK gibt es im Bereich der Hilfsmittelversorgung. Ein großer Kritikpunkt diesbezüglich ist, dass die Gematik bislang zu wenig die Versorgungsprozesse der sonstigen Leistungserbringer abgebildet hat. Hier ist der elektronische Heilberufsausweis ein wichtiges Element, um Zugriff auf das elektronische Rezept zu bekommen. Da die Homecare-Unternehmen ärztliche Verordnungen erhalten und diese mit der Krankenkasse abrechnen, brauchen sie für die Patientenversorgung künftig den Zugriff auf das elektronische Rezept.

Für die Gematik stellt also die Herausgabe der Berufsausweise an die sonstigen Leistungserbringer, die auf der Basis ärztlicher Rezeptverordnungen arbeiten, bis zu einer flächendeckenden Einführung des eRezepts eine grundlegende Bedingung dar. Ursprünglich hatte die Gematik geplant, im Rahmen des Release 3 der eGK den Hilfsmittelbereich einzubinden.

[ilink url=“http://www.kma-online.de/nachrichten/politik/id__27437___view.html“] Link zur Quelle (kma-online)[/ilink]