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Die britische Internet-Praxis DrEd will die „Pille danach“ nun online verkaufen. Im Rahmen einer Vereinbarung mit 750 Apotheken, die mit dem Rezeptdienst Ordermed kooperieren, ist die „Pille danach“ ab sofort auch kurzfristig ohne Rezept eines deutschen Arztes erhältlich. Um ein Rezept zu erhalten, kann man bei der Online-Praxis von DrEd durch das Ausfüllen eines Fragebogens am Computer und die Zahlung von 25 Euro die Pille erhalten

Durch die neue Vereinbarung sei eine schnellere Bearbeitung möglich. Innerhalb von drei Stunden können Patientinnen die „Pille danach“ in  einer der über ganz Deutschland verteilten Apotheken abholen. Ein Pressesprecher des Unternehmens vermeldete, dass DrEd mit dem Modell die Forderung nach einer Liberalisierung der Versorgung mit der „Pille danach“ umsetze.

Im Gegensatz zu Großbritannien sind in Deutschland Verschreibungen ohne direkten Patientenkontakt verboten. Ich bin entsetzt“, sagte der CSU-Gesundheitsexperte Johannes Singhammer. Das Geschäftsmodell von DrEd sei ohnehin der Türöffner für eine Verschlechterung des Patientenschutzes, weil es die Vorschrift des direkten Kontakts unterlaufe.

Kommentar: Über das Onlineportal DrEd.com behandeln deutschsprachige Ärzte von einer Praxis in London aus per Internet Patienten. Schwerpunkt sind medizinische Bereiche, in denen eine Nachfrage für diskrete und seriöse telemedizinsche Diagnose und Behandlung vermutet wird, etwa Männergesundheit (Impotenz, Haarwuchs), Frauengesundheit (Verhütung, Blasenentzündung) oder die Diagnose und Behandlung von Geschlechtskrankheiten. Gestartet war das Projekt, mit dem die Gründer eine Vorreiterrolle in der europäischen Telemedizin einnehmen wollen, Ende 2011.

Rechtsgrundlage ist die am 24. April 2011 in Kraft getretene EU-Richtlinie zur Patientenmobilität, die Patienten berechtigt, medizinische Leistungserbringer aus dem europäischen Raum frei zu wählen und die EU-Mitgliedsstaaten verpflichtet, diesen patientenfreundlichen Wettbewerb zu fördern.

In Deutschland scheint das Angebot auf wenig Gegenliebe zu stoßen. In diesem Sommer warnte etwa die Stiftung Warentest vor DrEd. Patienten gingen „ein hohes Risiko einer Falschbehandlung“ ein, wenn sie sich über die Internetsprechstunden behandeln ließen, heißt es in einer Mitteilung der Verbraucherorganisation. 

[ilink url=“http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=48915″] Link zur Quelle (Pharmazeutische Zeitung)[/ilink]