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Nach dem Beschluss der KBV-Vertreterversammlung zur Reform des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) im Mai und der Vorlage einer Kompromisslösung in Juni gibt es immer noch regen Streit über die Umverteilung des Budgets für Haus- und Fachärzte. Nun forderte die schleswig-holsteinische Abgeordnetenversammlung den neuen EBM, der ab 1. Oktober gültig ist, zum Jahresbeginn 2014 wieder zu kippen.

Auch Dr. Monika Schliffke, KV-Vorstandvorsitzende, hält nichts vom neuem EBM: „Die politische Absicht des kompletten Auseinanderdividierens der Haus- und Fachärzteschaft lassen wir nicht zu.“ Weder die Interessen der Haus-, Fachärzte und Psychotherapeuten würden berücksichtigt werden.

Berechnungen der Nord-KV zeigten, dass es große Voluminaverschiebungen zwischen den alten und neuen Versichertenpauschalen und Verlust bei der Chronikerpauschale gebe. Der hausärztliche Versorgungsbereich müsste demnach ca. 3,67 Prozent Punktzahlverlust hinnehmen.

Schliffke fordert daher, die Ärzteschaft im Norden zur Einigkeit auf die Forderung zur Aussetzung des neuen EBM zu unterstützen.

Kommentar: Mit dem neuen EBM, der laut Feldmann die hausärztliche Versorgung besser abbilden soll, erhalten Ärzte für die Behandlung von Kindern und älteren Patienten mehr Geld. Auch sollen 125 Millionen für drei neue Leistungen im EBM-Katalog ausgeschüttet werden: für das geriatrische Basis-Management, die hausärztliche Palliativversorgung und sozialpädiatrische Leistungen der Kinder- und Jugendärzte. Einige Kollegen unterstellen Feldmann daher, dass sie Cliquenpolitik betreiben würde und Hausärzte bevorzugen würde. Auch würden durch die neuen Leistungen Regionen, insbesondere in Ostdeutschland, mit überalterten Bevölkerungsstrukturen vom neuen EBM profitieren.

Viele Ärzte bemängeln jedoch, dass es kein frisches Geld gibt, dafür aber mehr Bürokratie, z.B. durch die Splittung der Chroniker-Pauschale. Zudem würden bestehende versorgungsspezifische Grundpauschalen gestrichen, die früher Bestandteil des EBM waren, wie etwa Akupunktur.

Fraglich ist nur, warum zuvor eine Mehrheit der Ärztevertreter für die Neuregelung des EBM gestimmt hat und erst im Nachhinein bemerkt, dass die grundlegenden Planungen doch nicht den eigenen Vorstellungen entsprachen.

[ilink url=“http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/berufspolitik/article/844959/neuer-ebm-norden-contra-kbv.html“] Link zur Quelle (Ärztezeitung)[/ilink]