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Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) hat die steigende Zahl von Operationen in Krankenhäusern kritisiert und will diese nun begrenzen. Im Besonderen richtete er seine Kritik auf die gestiegenen Fallzahlen von Endoprothesen: „Deutschland gilt als Weltmeister bei den Endoprothesen für Knie und Hüften.“

Dabei bezweifeln laut dem Gesundheitsminister Krankenkassen und Experten, ob die zunehmende Anzahl von Operationen notwendig ist. Die Regierung prüfe, wie die steigenden Fallzahlen in den Kliniken durch ökonomische Anreize reduziert werden könnten. Hintergrund der Sparbemühungen sind die vom Bundesamt für Statistik veröffentlichten Zahlen zu den Gesundheitsausgaben in Deutschland. Ein Großteil der 287,3 Milliarden Euro wurde für die gesetzlichen Krankenversicherungen ausgegeben.

Kommentar: Das Einsetzen von Endoprothesen gehört zu den häufigsten Operationen in Deutschland. Im Jahr 2010 haben Ärzte rund 390.000 Hüft- und Knie-Endoprothesen bei Patienten mit starkem Gelenkverschleiß (Arthrose) oder nach Brüchen eingebaut. Zehn Prozent davon sind Wechseloperationen, bei denen die Kunstgelenke ausgetauscht werden mussten.

Diese Kosten zu reduzieren, hat sich das Ende 2010 gegründete Endoprothesenregister u.a. zum Ziel gemacht. Zur Erfassung der Hintergründe von Operationen speichert das Endoprothesenregister wichtige Informationen wie bspw. die verwendeten Implantate, das operative Vorgehen oder patientenspezifische Merkmale in einem Datenpool. Dieses Modell hat in anderen Ländern bereits die Revisionsraten um bis zu zehn Prozent gesenkt und ist in Deutschland in fünf Kliniken in der Testphase. Auch in Deutschland erwartet man ein jährliches Einsparpotenzial im mittleren zweistelligen Millionenbereich, weil sich die Rate der Frührevisionen und die längerfristige Wechselquote durch eine entsprechende Auswertung der Daten verringern können.

[ilink url=“http://www.kma-online.de/nachrichten/politik/id__27208___view.html“] Link zur Quelle (kma-online)[/ilink]