Seite auswählen

Die Anwerbung philippinischer Pflegerinnen im Kampf gegen den Fachkräftemangel in Deutschland hat Anja Kistler, Geschäftsführerin des Berufsverbandes für pflegende Berufe (DBfK), kritisiert: „Die Ausbildung philippinischer Pflegekräfte folgt einem völlig anderen Ansatz“ , sagte Kistler der „Frankfurter Rundschau“ (FR) vom Montag und verwies auf kulturelle und sprachliche Barrieren. Ohne ausreichende Sprachkompetenz und ein intensives Trainee-Programm von mindestens sechs Monaten seien Konflikte beim Einsatz in der Altenpflege vorprogrammiert.

Den Mangel an Fachkräften in der Pflege führt Kistler vor allem auf den Stellenabbau in den Krankenhäuser der vergangenen Jahre zurück. „Die ambulante Pflege hingegen ist so schlecht bezahlt, dass die Altersarmut für die Kollegen in dieser Sparte vorprogrammiert ist.“

Kommentar: Ob eine verstärkte Einwanderung von Pflegern eine Lösung für den Fachkräftemangel in Deutschland ist, kann bezweifelt werden. Sich ausschließlich auf Pflegekräfte aus Osteuropa oder anderen Teilen der Welt zu verlassen, scheint jedenfalls kein adäquater Ansatz. Zur Lösung sollten zunächst Ressourcen im eigenen Land genutzt werden. Dazu müssen die hiesigen Arbeitnehmer besser qualifiziert werden. Ferner müssen die Rahmenbedingungen für Pflegekräfte entscheidend verbessert werden. Neben der Bezahlung sollte die Verbesserung der Arbeitsbedingungen an vorderster Stelle stehen. Denn eine Altenpflegerin ist  durchschnittlich nur acht Jahre in ihrem Beruf tätig.

Hintergrund: Der Großteil des Fachkräftemangels im Gesundheitswesen entfällt auf Pflegekräfte. Die Entwicklung der Personalsituation bei den Pflegekräften verschärft sich Prognosen zufolge bereits im Jahr 2020: In der Pflege werden dann gut 200.000 Vollzeitkräfte fehlen, 2030 dann über 300.000. Knapp 18 Prozent aller benötigten Stellen (Vollzeitäquivalenten) könnten 2030 dann nicht besetzt werden. 2011 waren erst knapp acht Prozent. Problematisch ist zudem, dass nur noch jede dritte Pflegekraft 2011 in Vollzeit arbeitet, dagegen jede zweite in sozialversicherungspflichtiger Teilzeit und 13 Prozent im Minijob.

[http://www.fr-online.de/politik/pflegeberuf–unterbezahlt-und-oftmals-ausgebrannt-,1472596,22200840.html“] Link zur Quelle (FR)[/ilink]