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Aus Sicht von Anja Piel, Chefin der Grünen in Niedersachsen, könnte die Arzneimittelversorgung auch gut ohne Fremdbesitzverbot funktionieren. Ihre Position pro Apothekenketten machte die Politikerin vor der Landtagswahl deutlich, als sie als einzige anmerkte, dass sie nicht für eine Unterstützung der inhabergeführten Vor-Ort-Apotheke sei.

Begründung: Das Fremdbesitzverbot habe keinen Einfluss auf die Versorgungsqualität in den Apotheken, meint Piel. Alle entsprechenden Testkäufe, die die Stiftung Warentest wiederholt in deutschen Apotheken vorgenommen hat, ließen nicht den Schluss zu, dass das Fremdbesitzverbot zuverlässig gegen schlechte Beratungsqualität schützt.

Kommentar: Die EU Kommission hat nach mehreren verlorenen Verfahren anerkannt, dass die Arzneimittelversorgung von den jeweiligen Mitgliedsstaaten eigenständig organisiert wird. Damit war für Deutschland eindeutig geregelt, dass ein Apotheker eine Apotheke plus 3 Filialen besitzen darf. Im Kern muss der Eigentümer ein Apotheker sein.

Zwar wird der Großteil der Apotheken noch als Einzelapotheke betrieben, dennoch steigt die Zahl der Apotheken in Filialgruppen weiter an: Inzwischen werden rund 30 Prozent der Apotheken in Filialverbünden mit zwei bis vier Betriebsstätten betrieben. Besonders die in 3er-und 4er-Verbünden betriebenen Apotheken verzeichnen zweistellige Zuwachsraten.

Gesetzlich wurde dahingegen ein anderer Weg eingeschlagen: Die vom BGM angestrebten Erleichterungen für Filialverbünde wurden im Rahmen der Novellierung der ApBo endgültig gestrichen, obwohl dies eine wachsende Anzahl von Filialapotheken (17,2 Prozent aller Betriebsstätten) betroffen hätte.

[ilink url=“http://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/nachricht-detail/gruene-in-niedersachsen-begruessen-apothekenketten/“] Link zur Quelle (Apotheke Adhoc)[/ilink]