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Die Frage, wie viel Geld eine Krankenkasse für einen verstorbenen Versicherten aus dem Gesundheitsfonds bekommt, teilt die Krankenkassen in zwei Lager. Zurzeit werden die  Ausgaben für Versicherte, die zum Beispiel mitten im Jahr sterben, auf das Jahr hochgerechnet und dann durch 365 Tage geteilt. Für die Zukunft plant das Bundesversicherungsamt die Kosten nur noch durch die Tage zu teilen, an denen der Versicherte noch gelebt hat, was eine höhere Zuweisung für die jeweilige Krankenkasse bedeuten würde.

Profitieren würden also vor allem Kassen mit vielen alten und schwerkranken Versicherten, wie z.B. die Allgemeinen Ortskrankenkassen. Dagegen laufen alle anderen Krankenkassen Sturm, denen durch die Umverteilung deutlich weniger Geld zur Verfügung stünde. Die Betriebskassen würden nach Berechnungen des GKV-Spitzenverbandes zum Beispiel 132,8 Millionen Euro weniger bekommen.

So viel Vernunft vertrage das System nicht, sagen die Chefs von Barmer, Techniker und Betriebskrankenkassen. Es gebe einen „ganzen Flickenteppich von Korrekturnotwendigkeiten“.

Kommentar: Eine auf den ersten Blick sinnvolle Änderung des Morbi-RSA, die sich mehr an den realen Kosten orientiert – welche in den Monaten vor dem Lebensende logischerweise relativ hoch sind – entzweit die Krankenkassen. Allerdings zählten die Allgemeinen Ortskrankenkassen aufgrund ihrer Versichertenstruktur schon bei der Einführung des Gesundheitsfonds vor 3,5 Jahren zu den fiskalischen Gewinnern. So ist es verständlich, wenn eigentlich sinnvolle Änderungen zu heftigen Protesten bei den betroffenen Krankenkassen führen.

[ilink url=“http://www.ftd.de/politik/deutschland/:gesundheitssystem-wie-tote-zu-unvollstaendig-versicherten-werden/70076389.html“]Link zur Quelle (FTD Online)[/ilink]