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Die aktuell vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen führen vor Augen, dass die Gesundheitsausgaben in Deutschland mit 287,3 Mrd. Euro einen neuen Höchstwert erreicht haben. Im Vergleich zum Jahr 2009 nahmen die Ausgaben um 3,2 Prozent (8,9 Mrd. Euro) zu. Mit Blick auf den jährlichen Ausgabenzuwachs verlief dieser aber insgesamt moderat und entspricht dabei in etwa der durchschnittlichen Wachstumsrate für die Gesundheitsausgaben seit 2000 von drei Prozent.

Bei der Verteilung der Gesundheitsausgaben nach ihren Trägern, wie in der nachfolgenden Abbildung dargestellt, macht die gesetzliche Krankenversicherung (165,5 Mrd. Euro) mit 58 Prozent den Hauptanteil aus. Für die GKV bedeutet dies einen Zuwachs der Ausgaben um 2,9 Prozent (4,7 Mrd. Euro) im Vorjahresvergleich

Gesundheitsausgaben Ausgabenträger

Weitere Eckpunkte der vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Berechnung sind:

  • Die soziale Pflegeversicherung verzeichnet den stärksten Zuwachs unter den Ausgabenträgern (+ 6,0 Prozent).
  • Den zweitstärksten Kostenanstieg zeigten die privaten Haushalte und privaten Organisationen ohne Erwerbszweck wie Caritas, Diakonie und ähnliche Einrichtungen (+ 4,3 Prozent).
  • Nahezu die Hälfte der Ausgaben wurde für Einrichtungen der ambulanten Gesundheitsversorgung aufgewendet (49 Prozent).
  • Die vom Ausgabenvolumen her bedeutsamsten ambulanten Einrichtungen waren die Arztpraxen mit 43,1 Mrd. Euro (+ 0,8 Prozent ) und die Apotheken mit 40,9 Mrd. Euro (+ 1,9 Prozent).
  • Mehr als ein Drittel der Gesamtausgaben für Gesundheit entfielen darüber hinaus auf den stationären Sektor, zu dem vor allem die Krankenhäuser zählen. Ihre Ausgaben kletterten auf 74,3 Mrd. Euro (+ 4,7 Prozent).

[ilink url=“https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2012/04/PD12_125_23611.html“] Link zur Quelle (Statistisches Bundesamt)[/ilink]

Kommentar: Zwar sind die gesetzlichen Krankenkassen mit 165,5 Mrd. Euro für den größten Anteil der Gesundheitsausgaben verantwortlich, dennoch verfügen sie  – wie derzeitig beinahe täglich in der Öffentlichkeit diskutiert – noch immer über hohe Rücklagen. An dieser Stelle hat Gesundheitsminister Daniel Bahr wiederholt gefordert, dass die Kassen ihre Überschüsse als Prämie an die Versicherten weitergeben müssten.

Demgegenüber dürften angesichts der Kostensteigerung in der GKV die Befürworter einer Rücklagenschaffung ein weiteres Argument erhalten haben, um zu betonen, dass die Überschüsse nur temporärer Natur sind und Finanzmittel für kommende Jahre zurückgelegt werden müssen. Besonders da die Kürzung des Bundeszuschusses für 2013 in Höhe von 2 Mrd. Euro erst kürzlich beschlossen wurde.