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Die Überschüsse der gesetzlichen Krankenversicherung belaufen sich auf rund 28 Mrd. Euro. Dennoch scheint sich, dass es das Finanzpolster in der nächsten Legislaturperiode wieder deutlich abnehmen wird. Daher kann sich mit einer Reform der GKV gerechnet werden.

Fakt ist, dass das Finanzpolster – 16,4 Milliarden Euro Überschuss haben sich auf Seiten der Kassen angehäuft und 11,3 Milliarden Euro liegen im Gesundheitsfonds – nicht einmal zwei Monate reichen würde, um die gesetzlich Versicherten auf dem heutigen Niveau zu versorgen.

Hinzukommt, dass viele Sparelemente im Gesundheitssysteme bereits abgeschafft wurden: Der Bundeszuschuss an das Gesundheitssystem wurde um sechs Milliarden Euro gekürzt, die Praxisgebühr abgeschafft und auf öffentliches Anraten seitens der Politiker viele wurden viele Prämien ausgeschüttet. Zudem läuft der Zwangsrabatt für die Pharmaindustrie, der entsprechend hohe Einsparungen für die Kassen bereithielt, zum Jahreswechsel aus.

Dass im Zeitraum von 2009 bis 2012 die Leistungsausgaben der GKV von 160 um insgesamt rund 13 Milliarden Euro auf 173 Milliarden Euro gestiegen sind, ist ein weiteres Indiz dafür, dass sich der Umschwung nach den historisch einmaligen Überschüssen anbahnt.

Kommentar: Im Bundeshaushalt 2013 ist der Bundeszuschuss von 14 Milliarden auf 11,5 Milliarden Euro gekürzt worden, für den Etat 2014 sind nur noch 10,5 Milliarden eingeplant. Mit der hieraus zu erwartenden finanziellen Belastung der Kassen in den nächsten zwei Jahren ist klar, dass dann auch der Wettbewerbsdruck in der GKV wieder steigt. Vor dem Hintergrund der Notwendigkeit, wieder auf Zusatzbeiträgen zu setzen, dürfte die Konsolidierungswelle in der GKV-Landschaft wieder Fahrt aufnehmen. Im aktuellen Jahr gab es bisher nur drei Kassenfusionen. In Folge einer rückläufigen Kassenanzahl steigt dann die Bedeutung von Verträgen mit einer jeweiligen Kasse aus Sicht der Leistungserbringer. 

[ilink url=“http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/krankenkassen/article/843879/krankenkassen-fetten-jahre-vorbei.html“] Link zur Quelle (Ärztezeitung)[/ilink]