Seite auswählen

Der GKV-Spitzenverband hat im Zuge der Diskussion um den angeblich durch Vergütungen aus dem DRG-System hervorgerufenen Anstieg von Operationen in deutschen Kliniken deutlich gemacht, dass sich Fallpauschalen bewährt hätten.

Der Verband verweist auf den Endbericht des IGES-Instituts zum dritten Forschungszyklus und ist der Ansicht, dass sich die Qualität stationärer Leistungen durch das seit 2004 geltende pauschalierende Vergütungssystem nicht verschlechtert hat. Vielmehr sieht der Krankenkassen-Verband die Überkapazitäten an Krankenhausbetten als Grundlage für Operationen aus Kostengründen.

„Es ist mittlerweile kein Geheimnis mehr, dass wir in Deutschland ein Problem mit medizinisch nicht notwendigen Operationen haben. Das liegt aber nicht an denen, die die Operationen hinterher bezahlen, sondern an denen, die zu viel operieren. Durch die Fallpauschalen werden die tatsächlichen medizinischen Leistungen bezahlt und nicht mehr wie früher nur die Anzahl der Tage, die jemand im Krankenhaus verbracht hat. Die Fallpauschalen haben sich bewährt“, so Florian Lanz, Sprecher des GKV-Spitzenverbandes.

Ferner sprach sich der Spitzenverband dafür aus, dass Krankenkassen künftig mit einzelnen Krankenhäusern Verträge abschließen können.

Kommentar: Grundsätzlich gilt: Je mehr Patienten ein Krankenhaus behandelt, desto mehr Einnahmen erzielt es. Zu beobachten ist, dass Fallzahl und Schwere der Fälle im Krankenhausbereich jährlich um ca. 3 Prozent steigen. Von den gesetzlichen Krankenkassen haben die Krankenhäuser im vergangenen Jahr über 60 Mrd. Euro erhalten, in diesem Jahr sollen es ca. 64,7 Mrd. Euro  sein.

Die Krankenkassen sehen in der Überlegung, Einzelverträge mit Krankenhäusern zu schließen, eine Möglichkeit, Wettbewerbsimpulse zu setzen. Bisher müssen die Krankenkassen mit jedem Krankenhaus kooperieren – unabhängig von der Behandlungsqualität und auch unabhängig davon, wie effizient ein Haus geführt wird. Direktverträge mit bestimmten Krankenhäusern könnten daher ein Instrument darstellen, um für mehr Wettbewerb unter der Krankenhäusern zu sorgen. Nach Ansicht der Kassen könnten durch Einzelverträge besonders bei planbaren Leistungen, wie z.B. dem Einsetzen eines künstliches Hüft- oder Kniegelenks, gezielt Patienten in bestimmte Häuser geleitet und die Vergütung stärker an Qualitätsindikatoren gekoppelt werden.

[ilink url=“http://www.gkv-spitzenverband.de/presse/pressemitteilungen_und_statements/pressemitteilung_70848.jsp“]Link zur Quelle (GKV-Spitzenverband)[/ilink]