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Plötzlich verfärbt sich die Haut rot und man kann oder möchte nicht zum Hautarzt gehen? Für diese Fälle hat jetzt ein Berliner Start-up mit ihren zwei Gründern eine Lösung. Goderma heißt ihre App und das dazugehörige Unternehmen.

Zusammen mit Hautärzten hat Goderma eine App auf den Markt gebracht, die verunsicherte Patienten den Besuch bei einem Hautarzt abnehmen soll.  Die Idee ist ganz simpel: Mit dem Smartphone wird ein Foto der betroffenen Hautstelle geschossen und anschließend das Bild an einen Kooperations-Dermatologen weitergeleitet. Innerhalb von 48 Stunden sichtet dieser das Bild, stellt eine Diagnose und gibt eine Behandlungsempfehlung. Ist der Patient mit der Antwort nicht zufrieden, wird die komplette Gebühr in Höhe von 29 Euro erstattet.

Bei Fachverbänden und Ärztekammern löst dieser Dienst jedoch Unbehagen aus. Denn nur weil es technisch möglich ist und seriös wirkt, muss es noch lange nicht rechtlich erlaubt sein. Die Berliner Ärztekammer sieht den Dienst besonders kritisch. Ihrer Meinung nach wird mit dieser Dienstleistung gegen das Fernbehandlungsverbot verstoßen. Zudem zweifelt die Kammer an der Qualität der Fotos und der Datensicherheit. Zudem sei der Dienst nur Geschäftemacherei, wenn der Rat lautet: „Suchen Sie einen Hautarzt auf“, so der Kammersprecher Sascha Rudat. Auch der Berufsverband der Deutschen Dermatologen sieht diese Entwicklung im Graubereich des Berufsrechts kritisch.

Die Entwickler der App sind von ihrem Dienst überzeugt und sehen ihren Dienst als eine Art Filterfunktion. „Wer Fußpilz hat, muss nicht zum Hautarzt“, so Simon Bolz, Geschäftsführer von Goderma. Der Dienst ersetze jedoch keinesfalls eine Behandlung oder einen Besuch beim Facharzt.

Kommentar: Goderma ist eines der ersten deutschen Unternehmen, die einen Telemedizindienst anbieten. Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern zeigt sich auch in diesem Fall, dass Telemedizin in Deutschland noch einen weiten Weg vor sich hat. Dabei könnten solche Produkte speziell im ländlichen Bereich mit geringer Facharztdichte eine große Hilfe sein. So wird Telemedizin bereits seit 2010 in Brandenburg genutzt, um Hautkrebsdiagnosen von Hausärzten zu validieren. Diese senden über ein sicheres Netz die Aufnahmen an einen angeschlossenen Hautarztkollegen und fordern ihn auf eine Zweitmeinung abzugeben.

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