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Der morbiditätsorientierte Risikostrukturausgleich (kurz: morbi-RSA) sorgt für den krankheitsorientierten Finanzausgleich zwischen den Kassen. Dieser wird bislang auf der Basis von 80 ausgewählten Krankheiten berechnet. Ein Gutachten des wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung, welches kürzlich offengelegt wurde, verrät nun, dass die Spannweite der Deckungsquoten aus dem Fonds von 90,6 bis 124,8 Prozent reicht. Die Kassen, die durch den Ausgleich finanziell unterversorgt sind, sind mittelfristig von einer Insolvenz bedroht. Nach den Daten befinde sich nämlich bereits heute „etwas weniger als die Hälfte aller Krankenkassen in konkreter Insolvenzgefahr, da ihre Ausgaben nicht zuverlässig durch Zuweisungen des Bundesversicherungsamts gedeckt werden können, weder kurz- noch mittel- und langfristig“, betont der Leiter des Instituts für Mikrodatenanalyse in Kiel.

Kommentar: Die anhaltende Entwicklung der Kassenlandschaft führt weiter zu einer starken Reduzierung der Kostenträgerlandschaft und nicht zuletzt unter Umständen zu einer Einheitskasse. Leistungserbringer, die heute bereits Verträge mit großen und wichtigen Kassen einer Kassenart geschlossen haben, können davon ausgehen, dass die Verträge in ihrem Leistungsvolumen in den nächsten Jahren ansteigen werden. Aufgrund der höheren Versorgungsmengen steigt jedoch auch die Verhandlungsmacht einer Kasse, was letztlich zu neuen Verhandlungen mit niedrigeren Preisen führen wird.

[ilink url=“http://www.handelsblatt.com/unternehmen/versicherungen/vielen-krankenkassen-droht-die-insolvenz/4659532.html“]

Link zur Quelle (Handelsblatt)

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