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In der Thematik der zu langen Wartezeiten für einen Facharzttermin kritisiert nun der Vorsitzende des Hartmannbundes, Dr. Klaus Reinhardt, die Pläne der sich anbahnenden großen Koalition, den stationären Sektor stärker für die ambulante Versorgung zu öffnen um die ambulanten Fachärzte zu entlasten. Es sei seiner Meinung nach „wirkungslose Politik für die Kulisse“, wenn zwei Akteure in den Wettbewerb geschickt würden, die bereits jeder für sich mit Unterfinanzierung und personellem Notstand zu kämpfen haben.

Die beiden Gesundheitsexperten Jens Spahn (CDU) und Karl Lauterbach (SPD) der anstehenden großen Koalition hatten kürzlich angekündigt, dass Patienten, welche länger als vier Wochen auf einen Facharzttermin warten müssen, künftig die Behandlung in der Klinik ermöglicht werden soll. Die Behandlungskosten seien von den Kassenärztlichen Vereinigungen zu tragen. In dieser Herangehensweise sieht Reinhardt lediglich das Entstehen zusätzlichen Bürokratieaufwandes, nicht jedoch eine Lösung der Problematik. Weiterhin stelle sich hierbei immer dringlicher die Frage nach einer fairen Wettbewerbsordnung angesichts der Pläne von Spahn und Lauterbach. Die ambulante Facharztversorgung sei monistisch, die stationäre dual finanziert.

Lauterbach sieht hierin einen wesentlichen Schritt in Richtung Abbau der Zwei-Klassen-Medizin. Neben Reinhardt präsentiert sich als ein weiterer Gegner dieser Strategie der Vorsitzende des Ärztebunds Medi Geno Deutschland, Dr. Werner Baumgärtner. Dieser sieht in den aktuellen Plänen der Arbeitsgruppe Gesundheit eine „neue absurde Kampagne gegen die niedergelassenen Fachärzte.“ Das bedeute, dass die niedergelassenen Fachärzte weiterhin budgetiert blieben und die Krankenhäuser die gleichen Behandlungen ohne Budget erbringen dürften, kritisiert Baumgärtner.

Kommentar: Die Thematik der längeren Wartezeiten für einen Facharzttermin für gesetzlich Versicherte heizt die Diskussion um eine vermeintliche Zwei-Klassen-Medizin weiter an. So gibt es Umfragen, die aufzeigen, dass Kassenpatienten deutlich länger auf einen Facharzttermin warten.Der hessische Ärztekammerpräsident Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach ist jedoch gegenteiliger Ansicht. Er meint, dass neben dem zunehmenden Ärztemangel eine veraltete Bedarfsplanung und die steigende Morbidität in der Bevölkerung für volle Wartezimmer und für Wartezeiten bei der Terminvergabe verantwortlich seien und, dass  in der Behandlungsqualität zwischen Kassen- und Privatpatienten keine Unterschiede in Deutschland bestehen.

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