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Die Gesetzliche Krankenversicherung wird aus den Sozialbeiträgen sowie einem Steuerzuschuss finanziert. Um den GKV-Beitragssatz bis 2060 unter 16 Prozent stabil halten zu können, müssten bis 2060 Steuersubventionen auf von rund 3,4 Billionen Euro zugeführt werden. Ohne Steuermittel würde der GKV-Beitragssatz bis 2060 auf mindestens 23 Prozent steigen. Dies stellt eine Studie des Instituts für Mikrodaten-Analyse (IfMDA) fest.

[ilink url=http://www.hausarzt.de/content/red.otx/1109,117471,0.html] Link zur Quelle (Hausarzt.de)[/ilink]

Kommentar: Seit der Einführung des solidarisch finanzierten Versicherungssystems im Jahr 1883 durch Bismarck wirken in sämtlichen Sozialversicherungen verschiedene Umverteilungsmechanismen. Diese wirken allesamt sozialverträglich, indem sie einen Kräfteausgleich der sozialen Bedürftigkeit und Tragfähigkeit schaffen. Verteilungen dieser Art wirken von „Reichen zu Armen“, von „Starken zu Schwachen“, von „Gesunden zu Kranken“, etc. – ein System, welches sich über mehr als 100 Jahre bewährt hat und stabil war. Die Prämissen, an die es geknüpft ist, sind jedoch heute in vielen Punkten nicht mehr von der Solidargemeinschaft zu erfüllen, bspw. Beschäftigung und demographische Konstanz. Die Umverteilung funktioniert nur so lange, wie das Verhältnis zwischen Leistungsgebern- und Leistungsempfängern in bestimmten Grenzen liegt. Diese sind bis heute massiv ausgedehnt worden. In den nächsten Jahren kann ein derartiges System die Folgen aus geringer Beschäftigung und einer sich wandelnden Demographie in den Leistungen nicht mehr abbilden. Die Frage, die sich hieraus für Hersteller und Versorger ergeben wird, hat einen direkten Bezug zu ihrer angebotenen Leistung. Das System wird „in Raten kollabieren“, so dass mehr und mehr Leistungen aus dem Katalog der Gesetzlichen Krankenversicherungen gestrichen werden. Hersteller, aber auch Versorger benötigen für diese Situation ein Konzept.