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93 Prozent der deutschen Ärzte nutzten einer aktuelle Studie der Unternehmensberatung Accenture zufolge 2012 eine elektronische Krankenakte, 47 Prozent setzten regelmäßig entsprechende IT-Anwendungen ein, was 12 Prozent mehr als 2011 sind. Bei der unter 3.700 Ärzten in acht Ländern durchgeführten Befragung (Australien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Kanada, Singapur, Spanien und USA) untersuchten die Autoren die Akzeptanz sowie die Nutzung von IT im Gesundheitswesen, fragten dabei aber auch die Einstellung der Ärzte zu den Themen ab.

Besonders intensiv nutzten die deutschen Ärzte im internationalen Vergleich folgende IT-Anwendungen im Praxisalltag: elektronische Notizen im Patientengespräch erfassen (77 Prozent), den allgemeinen Verwaltungsaufwand durch IT-Tools verringern (59 Prozent), den Einsatz von computergestützten Behandlungsleitfäden für Diagnose- und Therapieentscheidungen (18 Prozent).

Die Ergebnisse der Studie zeigten deutliche Defizite in der Vernetzung innerhalb des Gesundheitssystems. So erhalten nur neun Prozent der Ärzte hierzulande regelmäßig Benachrichtigungen, wenn ein Patient in einer anderen Gesundheitseinrichtung behandelt wurde. Im weltweiten Durchschnitt sind es hingegen 20 Prozent.

Kommentar: Die geringe Vernetzung von deutschen Ärzte in Bezug elektronische Kranken- bzw. Patientenakten überrascht nicht. Denn bislang sind vor allem unterschiedliche Aktenformen und die damit verbundene Schnittstellenprobleme ein Hindernis für einen Einsatz in der Praxis. Die unterschiedlichen Anwendungen führen zu einer regional begrenzten und herstellerabhängigenVernetzung. Ein effizienter Informationsaustausch, welcher besonders bei Arztnetzen (bspw. Diabetesnetzwerk) erforderlich ist, setzt aber kompatible Aktenformen voraus.

Im Rahmen der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte wurde die elektronische Patientenakte bislang nicht integriert. Hier soll aber eine im Frühjahr diesen Jahres neu entwickelte Spezifikation den Nutzen dieser Akten deutlich erhöhen. Der Vorteil: Künftig können Anwender elektronische Akten unterschiedlicher Ausprägung nutzen, bei denen zukunftssichere Standards zum Einsatz kommen. Die Spezifikation ist das Ergebnis einer Kooperation von Anwendern, Herstellern und Informatikexperten. Hierbei wurden auch zwei andere Aktentypen bearbeitet, die auf demselben technischen Standard – IHE – beruhen: die Persönliche Elektronische Patientenakte (PEPA) und die einrichtungsübergreifende Elektronische Patientenakte (eEPA), mit dessen Hilfe eine bessere Versorgungskoordination gewährleistet werden soll. 

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