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Die meisten Apotheken sind einer Umfrage der Unternehmensberatung KantarHealth zufolge Verträgen zur Hilfsmittellieferung beigetreten: Von rund 1.000 Apotheken haben 71 Prozent der Apotheken Arzneimittellieferverträge mit den gesetzlichen Krankenkassen abgeschlossen. Jeder fünfte Apotheker (18 Prozent) verzichtet jedoch auf den Beitritt zu Rahmenverträgen zur Hilfsmittelversorgung.  Die Ergebnisse der im März durchgeführten Befragung offenbarten zudem, dass 39 Prozent der Befragten allein für ihre Apotheke relevanten Verträge beigetreten sind. Ein Drittel (32 Prozent) gab an, nur ausgewählte Verträge geschlossen zu haben.

Eine weitere Umfrage zur Wechselbereitschaft der Apotheker hinsichtlich des genutzten Pharmagroßhändlers ließ erkennen, dass Apotheker keine große Wechselabsicht verfolgen: Vier von fünf Apothekern gaben an, dass sie ihren Hauptgroßhändler 2012 auf jeden Fall oder mit hoher Wahrscheinlichkeit beibehalten wollen. 15 Prozent hatten sich noch nicht entschieden, 5 Prozent wollten wechseln.

Kommentar: Nach dem GKV-WSG sollen die Versicherten einer Krankenkasse in der Regel nur noch von deren Vertragspartnern mit Hilfsmitteln versorgt werden. Die allgemeine Zulassung zur Hilfsmittelversorgung reicht deshalb nicht mehr aus. Um Hilfsmittel an ihre Kunden abgeben zu können, muss eine Apotheke Lieferverträge auf Grundlage des Paragraphen §127 SGB V mit den einzelnen Kassen abgeschlossen haben, wobei die Abgabe von Hilfsmitteln in Paragraph §33 SGB geregelt ist.

Voraussetzung zum Beitritt der Lieferverträge ist seit Januar 2011 eine Zulassung der Apotheke, für die bestimmte fachliche, räumliche und sachliche Anforderungen zu erfüllen sind. Alle Leistungserbringer mit bestandener Eignungsprüfung kämen dann prinzipiell als Vertragspartner in Betracht. Die Präqualifizierungsbestätigung stellt jedoch noch keine Versorgungsberechtigung als solche dar.

Für Apotheken ist der Beitritt zu Hilfsmittelverträgen oft mit einem administrativen Mehraufwand durch die Teilnahme an Ausschreibungen, Vertragsgestaltungen oder Bürokratiehemmnissen im Rahmen der Leistungserbringung verbunden. Auch die Präqualifizierung kann einen Grund darstellen, warum einige Apotheken den Rahmenverträgen nicht beitreten wollen. Für einen Großteil der Apotheker scheint das Geschäft mit Hilfsmitteln in der eigenen Apotheke nicht lukrativ zu sein.

Auch wenn Hilfsmittel mit einem geringen Anteil am Apothekenumsatz für die meisten Apotheken eher ein Randsortiment darstellt, sollte der Nicht-Beitritt zu einem Hilfsmittelvertrag strategisch abgewogen werden: Denn Hilfsmittel runden das Sortiment ab und stärken die Position der Apotheke als Fachgeschäft für Gesundheit.

[ilink url=“http://www.springer-gup.de/de/pharmazie/news/6475-Jede_fuenfte_Apotheke_blockt_Hilfsmittel-Liefervertraege/“] Link zur Quelle (Apotheke Adhoc)[/ilink]