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Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Andreas Köhler, tritt nach neunjähriger Amtszeit überraschender Weise zurück. Ausschlaggebend seien gesundheitliche Gründe gewesen, wie der Verband mitteilte. Im November letzen Jahres hatte Köhler, wenige Tage vor seinem 53. Geburtstag, einen Herzinfarkt erlitten.

Köhler gilt als ausgewiesener Kenner der extrem komplizierten Honorarregeln für die Ärzte, für deren heutige Form er mitverantwortlich ist. Er hat Medizin und Betriebswirtschaft studiert und machte sich einen Namen als streitbarer Ärztefunktionär.

Hinsichtlich der Nachfolgersuche verwies der Pressesprecher der KBV, Roland Stahl, gegenüber dem Ärztlichen Nachrichtendienst auf die nächste reguläre KBV-Vertreterversammlung am 28. Februar, welche zumindest theoretisch eine Gelegenheit sei, die Köhler-Nachfolge zu diskutieren. Ansonsten müssten sich nun die Vorsitzenden der KBV-Vertreterversammlung auf einen geeigneten Modus verständigen und entscheiden, ob eine Sonder-Vertreterversammlung einberufen werden solle, so Stahl.

Kommentar: Über den Rücktritt Köhlers‘, der seit 2005 für die Belange von rund 150.000 niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten in Deutschland zuständig war, kursieren Spekulationen. Denn nicht nur sein gesundheitlicher Zustand könnte für die Amtsaufgabe verantwortlich sein. Erst Ende vergangenen Jahres, als es zu einem Streit zwischen Köhler und der stellvertretenden KBV-Vorsitzenden Regina Feldmann kam, hatte der Ärztefunktionär seinen Rücktritt angeboten. Doch die Mitglieder der Vertreterversammlung ließen dies nicht zu und Köhler blieb im Amt. Weiterhin sorgte eine Erhöhung seines Gehalts Anfang 2012 um 90.000 Euro auf 350.000 Euro im Jahr für einen wochenlangen Streit mit dem damaligen Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP). Möglich, dass auch diese Aspekte bei seinem Rücktritt eine Rolle gespielt haben.

[ilink url=“http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/berufspolitik/article/853264/portraet-dr-andreas-koehler-streitbarer-aber-erfolgreicher-macher.html“] Link zur Quelle (aerztezeitung.de)[/ilink]