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Der Chef der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) Ingo Kailuweit hat in einem Zeitungsinterview mit der Hannover´schen Allgemeinen Zeitung die Geundheitspolitik massiv kritisiert und sich vor allem den Unmut der Ärzte zugezogen.

Der langjährige Kassenchef sagte unter anderem, dass er mehr Einfluss auf die Bedarfsplanung der Kassenärztlichen Vereinigungen gewinnen möchte und forderte eine befristete Vergabe von Arztsitzen. Seine Kritik: Die Zahl unnötiger Therapien und Operationen wachse mit der Dichte der Praxen, daher müsse die Ärzteschaft auf den wirklichen Bedarf der Bevölkerung reagieren.

Mit Blick auf den Klinikmarkt und dessen Vorbereitung auf den demographischen Wandel führte Kailuweit an, dass man planbare Operationen auf einzelne Häuser zu konzentrieren müsse. Vor dem Hintergrund des Investitionsstaus und der noch hohen Überschüsse im GKV-System schlug der Kassenvorstand einen „runden Tisch“ vor, an dem sich Beteiligte aus Bund und Ländern treffen sollten.

Kommentar:Hauptanliegen der Bedarfsplanung ist eine wohnortnahe Versorgung. Im stationären Bereich wird diese auch in den Krankenhausplänen an der Länge der Wegezeit als Maß für die Erreichbarkeit definiert. Für die ambulante, haus- und fachärztliche Versorgung wird ein ähnliches Maß zugrunde gelegt. Der nun geäußerte Vorschlag richtet sich neben einer regionalen Komponente der Bedarfsplanung an Kriterien zur Aus- und Weiterbildung, die sich an dem Bedarf der Bevölkerung orientiert.

In Hinblick auf die Verteilungsproblematik in Deutschland ist am 1. Januar 2013 die neue Richtlinie zur Bedarfsplanung in Kraft getreten. Hierdurch soll die ambulante medizinische Versor­gung verbessert und bundesweit gleichmäßiger gestaltet werden. Anfang des Jahres gilt für die hausärztliche Versorgung der so genannte Mittelbereich, ein Verband mehrerer Gemeinden unterhalb der Kreisebene, als Planungsraum für Niederlassungen.

Allerdings stellt die Bedarfsplanung nur ein Instument zur Verteilung dar. In Deutschland gehen laut KBV über 40.000 Haus- und Fachärzte in den nächsten Jahren in den Ruhestand und bereits heute gibt es für Hunderte Praxen keine Nachfolge 

[ilink url=“http://www.haz.de/Nachrichten/Wirtschaft/Deutschland-Welt/Interview-mit-KKH-Chef-Ingo-Kailuweit“] Link zur Quelle (HAZ.de)[/ilink]