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Die Knappschaft (rund 1.800.00 Versicherte) hat im Juni ein neues Patienteninformationssystem – vergleichbar mit der bisher nicht realisierten Elektronischen Patientenakte –  eingeführt. Im Rahmen der elektronischen Behandlungsinformation „eBI“ wird Kliniken das Wissen über Vorerkrankungen, über aktuelle und frühere Arzneimitteltherapie der Patienten und über frühere stationäre Behandlungen und ambulant betreuende Ärzte zur Verfügung gestellt.

Anders als die bundesweit geplante elektronische Patientenakte ist „eBI“ kassengeführt. Nach Einwilligung durch den Patienten speist die Knappschaft ihr zur Verfügung stehende Daten zu Diagnosen, Krankenhausaufenthalten und Medikamenten in die eBI ein. Beim Besuch einer kooperierenden Klinik erhält der behandelnde Arzt dann über die elektronische Gesundheitskarte Zugang zu den Daten. Allerdings verläuft die Kommunikation zunächst einseitig. Die kooperierenden Krankenhäuser können nicht eigene Daten hochladen. Auch niedergelassene Ärzte sind bislang nicht integriert.

Kommentar: Auch wenn das neue E-Health Projekt der Knappschaft mit der zur Verfügungstellung von zuvor nicht kommunizierten Patientendaten einen wichtigen Punkt in der klinischen Behandlung aufgreift, dürfte das Vorhaben eher dem Charakter eines Langzeit-Archivs entsprechen. Denn ein großes Problem besteht neben dem einseitigen Kommunikationsweg (von Kasse in Richtung Klinikarzt) in mangelnden Aktualität der Daten. Die Verzögerung beträgt bei Informationen der Krankenhäuser zu Diagnosen und Prozeduren eine Woche, bei Rezeptdaten der Apotheke sechs Wochen und bei Informationen von niedergelassen Ärzten sogar sechs Monate.

[ilink url=“http://www.e-health-com.eu/details-news/ehealth-knappschaft-rollt-elektronische-behandlungsinformation-ebi-aus/c47f76e427bad94dd6cc5aef855556e9/“] Link zur Quelle (E-Health.com)[/ilink]