Seite auswählen

In den letzten Jahren konnten die strukturellen Veränderungen massiv im Klinikmarkt beobachtet werden. Nicht zuletzt durch das DRG-Fallpauschalensystem haben sich Krankenhäuser zu echten Wirtschaftsunternehmen entwickelt, die Patientenbehandlung als „Ware“ anbieten und verkaufen. Der Konsolidierungsprozess, der den Kliniken mehr Marktmacht verleiht, geht zu einem Großteil über den Zukauf von Kliniken durch die Trägerschaft von statten. Patienten bemerken dies oftmals nicht, wie auch die aktuelle Studie von Dipl.-Gesundheitsökonom Andreas Schmid und Prof. Dr. Volker Ulrich vom Lehrstuhl für Finanzwissenschaft an der Universität Bayreuth bestätigt.

[ilink url=https://www.thieme-connect.de/DOI/DOI?10.1055/s-0031-1273379]Link zur Quelle (Thieme eJournals)[/ilink]

Kommentar: Das Geschehen um Unternehmen am Markt kann zyklisch betrachtet werden. Aus anderen Branchen ist die Entwicklung bekannt: Marktteilnehmer fusionieren um eine mächtige Stellung zu erhalten. Im Anschluss werden wiederum Konzerne zerschlagen, um sich zu spezialisieren. Es ist eine Abfolge von Anreicherung und anschließendem Zerfall. Im Krankenhausmarkt lässt sich der Trend der Fusion weiter fortsetzen. Dieser wird oft formal über die Trägerebene abgewickelt – Beteiligungen, M&A, Kooperation sind hier die entscheidendenen Stichworte. Die Machtposition, die von großen Anbietern ausgeht ist bekannt. In der Verhandlung um Konditionen beim Einkauf, etc. überwiegen die Chancen, Einkaufspreise minimieren zu können. Dem können wiederum nur „große“ Anbieter standhalten. Auch im Bereich der Versorgung, bspw. ambulante Nachversorgung nach der Patientenüberleitung, zeigt sich der Effekt. Immer mehr Industrieunternehmen und auch Großversorger (Homecareunternehmen) schaffen es, die Überleitung für sich zu gewinnen. Sie passen von der Struktur und Ausrichtung besser zu den Großkliniken als kleine Sanitätsfachhändler. Solange der Konsolidierungstrend anhält, müssen sich auch kleine Versorgungsunternehmen die Frage stellen, wie sie im Wettbewerb gegenüber großen, bundesweiten Anbietern bestehen können.