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Die Qualität des deutschen Gesundheitssystems hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verschlechtert – während die Gesundheitsausgaben kräftig angestiegen sind. Das ist das Ergebnis einer Analyse des Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG. Während das deutsche Gesundheitssystem im europäischen Vergleich 2009 noch den sechsten Platz erreichte, lag es 2012 nur noch auf Platz 14. Ferner stellte die Studie fest, dass die Qualität deutscher Krankenhäuser weder für den Patienten nachvollziehbar gemessen wird noch in einem nachweisbaren Zusammenhang zur wirtschaftlichen Situation eines Hauses steht.

Berechnungen der KPMG zur Ausgabeneffizienz (das Verhältnis von Qualitätsergebnis und Quotienten aus Gesundheitsausgaben und Bruttoinlandsprodukt) zeigen zudem, dass Deutschland im Vergleich europäischer OECD-Staaten trotz mittelmäßiger Qualität das drittteuerste Gesundheitssystem (nach den Niederlanden und Frankreich) betreibt.

Der Schlüssel zu einer Verbesserung der Qualität des Gesundheitssystems sei die Qualitätsmessung. „Eine Verbesserung der Qualitätsmessung – und damit eine Erhöhung der Transparenz – ist unabdingbare Voraussetzung dafür, dass die Behandlungsqualität in Krankenhäusern stärker in den Fokus rückt“ stellt Priv.- Doz. Dr. med. Sören Eichhorst, Partner und Leiter des Bereichs Consulting Gesundheitswirtschaft bei KPMG fest.

Kommentar: Im Fokus dieser Analyse stehen die Krankenhäuser als größter Anbieter im deutschen Gesundheitssystem. Besteht, wie in der Studie geschlussfolgert, kein Zusammenhang zwischen der erbrachten Qualität und der Rentabilität eines Krankenhauses, ist dies Anzeichen dafür, dass das derzeitige Vergütungssystem nach DRG´s in deutschen Krankenhäusern nicht zielführend ist. Denn qualitativ bessere Kliniken sind aktuell weder zwingend rentabler, noch sind schlechtere Kliniken unrentabel.

Dass in Krankenhäusern aus wirtschaftlichen Gründen vermehrt operiert wird, belegen die Zahlen und ist der Politik ein Dorn im Auge: Im Jahr 2011 stieg die Zahl der stationären Behandlungen erneut an, während sich die stationäre Verweildauer weiterhin als rückläufig erweist. Die Kosten der deutschen Krankenhäuser sind weiter gestiegen und beliefen sich im vergangenen Jahr auf 83,4 Mrd. Euro. Die Regierung prüft diesbezüglich, wie die steigenden Fallzahlen in den Kliniken durch ökonomische Anreize reduziert werden könnten. Anpassungen des Vergütungssystems sind hierbei scheinbar unausweichlich.

[ilink url=“http://www.kma-online.de/nachrichten/politik/id__30348___view.html“] Link zur Quelle (kma-online)[/ilink]