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Das Bundeskartellamt hat die Fusion des Klinikum Worms (555 Betten) mit dem Agaplesion Hochstift Krankenhaus (141 Betten) in Worms untersagt. Das Klinikum hätte mit dem Zusammenschluss eine marktbeherrschende Stellung für Akutkrankenhäuser in der Region erlangt, hieß es in der Mitteilung der Wettbewerbsbehörde. 

In diesem Marktraum gäbe es neben den beiden Kliniken nur das St. Marienkrankenhaus in Lampertheim, das sich auf Geriatrie und Innere Medizin spezialisiert hat. Das Klinikum Worms wäre durch die Fusion laut Bundeskartellamt zum mit Abstand stärksten Wettbewerber in der Region aufgestiegen.

Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig. Das Bundeskartellamt hat von 2004 bis heute rund 170 Fusionen im Krankenhaussektor geprüft. Von diesen Fusionen wurden die meisten freigegeben. Lediglich sechs Fusionen wurden untersagt.

Kommentar: Mit dem bereits geäußerten Verzicht auf einen Widerspruch seitens des Klinikums Worms, werden beide Kliniken zunächst weiter existieren. Wie lange das im Fall des wesentlich kleineren und in finanziellen Schwierigkeiten steckenden Agaplesion Hochstift sein wird, ist ungewiss. Denn nach Ansicht seiner Trägergesellschaft wäre die Zukunft des Hauses nur durch eine Fusion mit dem deutlich größeren Städtischen Klinikum gesichert gewesen. Für das Klinkum Worms, das zu den fünf größten Krankenhäusern in Rheinland-Pfalz zählt, ergeben sich aus der Entscheidung kaum Konsequenzen.

Dass die Fusion vom Bundeskartellamt geprüft wurde, liegt an dem Umsatzvolumen von mehr als 500 Mio. Euro. Hierbei ist das Überschreiten dieser Grenze jedoch dem besonderen Konstrukt an Beteiligungsgesellschaften der Stadt Worms geschuldet ist. Der Umsatz beider Häuser mit akutstationären Krankenhausdienstleistungen liegt deutlich unter dieser Grenze.

[ilink url=“http://www.bundeskartellamt.de/wDeutsch/aktuelles/presse/2012_09_06.php“] Link zur Quelle (Bundeskartellamt)[/ilink]