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Die Chefsessel von Deutschlands Klinikchefs sind besonders wacklig, Rücktritte und Abberufungen sind auf der Tagesordnung. Dies berichtet das Gesundheitswirtschaftsmagazin kma-online in seiner aktuellen Oktober-Ausgabe.

Als Beispiele für das muntere Personalkarussel, über das sich besonders Personalberater von Kliniken freuen dürften, nennt die Online-Ausgabe von kma einige Rücktritte aus der jüngeren Vergangenheit: So verließ im August Franziska Mecke-Bilz, seit zwei Jahren Geschäftsführerin des Klinikums Offenbach, das Haus nach der Privatisierung durch Sana im August. Im Juli gingen Jennifer Kirchner und die DRK Kliniken Berlin nach zweieinhalb Jahren getrennte Wege. Alexander Steudel, Geschäftsführer des Helios-Klinikums Emil von Behring in Berlin-Zehlendorf, verließ seinen Posten im selben Monat nach nur anderthalb Jahren. In Darmstadt musste der Sanierer Gerhard Becker nach nur drei Jahren das städtische Klinikum verlassen.

Nach Aussage von Klinikberater Reinhard Wichels erreichen immer mehr Krankenhauschefs das Ende des dritten Dienstjahres nicht mehr. „Die Zahl der Neubesetzungen ist exponentiell gestiegen. Es hat sich eine richtige Dynamik entwickelt”, konstatiert er. Einen wesentlichen Anteil zu dieser Wechselstimmung trügen die Aufsichtsräte der Kliniken bei, denen er einen Mentalitätswechsel attestiert.

Kommentar: Einer der Hauptgründe für die rasant gestiegene Dynamik hinsichtlich der Zahl der Neubesetzungen dürfte in der mangelnden wirtschaftlichen Stabilität der Häsuer zu finden sein. So schwanken die Betriebsergebnisse von Kliniken heute viel schneller als früher. Ist die Umwelt für ein Unternehmen stabil, wird die Notwendigkeit eines strategischen Managements oftmals gering eingeschätzt. Die meisten Krankenhäuser waren in den vergangenen Jahrzehnten von einer stabilen Umwelt umgeben – nun allerdings nicht mehr.

Vor dem Hintergrund, dass heute rund 400 der 2.000 Kliniken rote Zahlen schreiben, scheinen viele Träger nicht das Risiko tragen zu wollen, langfristig in die Verlustzone zu rutschen. Ein Wechsel der Geschäftsführung soll daher den Erfolg sichern.

Zudem ist ein Ende der derzeitig anhaltenden Privatisierungswelle nicht abzusehen. Es werden Käufer gesucht, die entsprechendes Kapital und die notwendige Expertise mitbringen. Nicht selten wird bei der Übernahme eines defizitären Krankenhauses das Management ausgetauscht.

[ilink url=“http://www.kma-online.de/nachrichten/politik/id__31842___view.html“] Link zur Quelle (kma-online.de)[/ilink]