Seite auswählen

Gesetzlich Versicherte können nach Einschätzung von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) im kommenden Jahr zwischen günstigeren und teureren Krankenkassen wählen. Gegenüber der „Passauer Neuen Presse“ erwähnte Gröhe, dass manche Kassen statt des heute noch fälligen Sonderbeitrags von 0,9 Prozent einen Zusatzbeitrag in derselben Höhe verlangen werden. Demgegenüber stünden finanzstarke Krankenkassen, die sogar einen niedrigeren Zusatzbeitrag beziehen und wiederum weitere Krankenkassen, die aufgrund eines kleineren Finanzpolsters einen höheren Zusatzbeitrag (als den noch fälligen Sonderbeitrag von 0,9 Prozent) verlangen könnten.

Der Bundesgesundheitsminister ist der Überzeugung, dass durch die Reform der Krankenkassen-Finanzierung die Beitragszahler im kommenden Jahr deutlich entlastet werden. „Ich erwarte im nächsten Jahr keine massiven Beitrags­steigerungen auf breiter Front, sondern zunächst einmal eine Entlastung für viele Versicherte“.  Zur Begründung fügte Gröhe an, dass Krankenkassen aufgrund der Reserven von 13,6 Mrd. Euro keinen höheren Krankenkassenbeitrag für 2014 und 2015 veranschlagen müssten. Im Gegenteil, es könnten mit den aktuellen Mitteln sogar 20 Millionen Versicherte entlastet werden.

In der letzten Woche ließ das Bundesfinanzministerium verkünden, dass der Bundeszuschuss zum Gesundheitsfonds in diesem und nächsten Jahr um insgesamt sechs Milliarden Euro gekürzt wird.

Kommentar: Im Kern der Reform der Krankenkassen-Finanzierung steht die geplante Senkung des Beitragssatzes von 15,5 auf 14,6 Prozent. Durch die Abschaffung des durch die Mitglieder zu tragenden Beitragssatzanteils von 0,9 Prozentpunkten wird der Beitragssatz der Arbeitnehmer von heute 8,2 Prozent auf 7,3 Prozent reduziert. Krankenkassen, die damit nicht auskommen, dürfen dann Zusatzbeiträge erheben.

Die preisliche Differenzierung der Zusatzbeiträge stellt ab 2015 ein wichtiges Preissignal im Wettbewerb der Krankenkassen untereinander dar. Damit wird der Wettbewerb in der gesetzlichen Krankenversicherung insgesamt gestärkt. Einige Krankenkassen scheinen sich auf dieses Szenario bereits durch umfassende Umstrukturierungen vorzubereiten – wie etwa die Barmer GEK oder die KKH.

Auch wenn Beitragszahler kurzfristig entlastet werden könnten, müssen sie wohl auf lange Sicht mehr zahlen – eine Begrenzung erwarteter Mehrbelastungen ist übrigens nicht vorgesehen. Für 2017 werden Aufschläge zulasten der Versicherten von 1,5 und 1,7 Prozent des Einkommens erwartet. 

[ilink url=“http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/57867/Groehe-erwartet-im-kommenden-Jahr-Entlastungen-bei-Kassenbeitraegen“] Link zur Quelle (Ärzteblatt.de)[/ilink]