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In Zukunft sollen Krankenkassen die Entscheidung, in welchem Krankenhaus ein Patient behandelt wird, stärker beeinflussen können: Zwei der drei Regierungsparteien (CDU und FDP) haben sich auf einen Vorschlag aus dem Bundesgesundheitsministerium (BMG) geeinigt. Die Krankenkassen sollen Krankenhäuser empfehlen; folgt der Patient der Empfehlung, soll die Zuzahlung erlassen werden.

Zurzeit müssen Patienten 10 Euro für jeden Krankenhaustag bezahlen (maximal 280 Euro). Mit dem neuen Vorschlag sollen Anreize für Patienten gesetzt werden, geeignete Krankenhäuser zu wählen. Dabei soll die Qualität der medizinischen Versorgung gewährleistet sein.

Die CSU ist gegen den Vorschlag, da sie eine Gefährdung der flächendeckenden Versorgung im ländlichen Raum befürchtet.

Kommentar: Nachdem die Krankenkassen mit dem Vorschlag, direkt mit Krankenhäusern Verträge abschließen zu dürfen, gescheitert sind, ist dies ein neuer Versuch, auf die Wahl des Krankenhauses Einfluss zu nehmen und damit letztendlich den Strom der Patienten zu steuern. Der Einwand der CSU ist nicht von der Hand zu weisen, da dieses Vorgehen letztendlich zur Schließung von einzelnen Krankenhäusern führen kann, die den Krankenkassen nicht „gut genug“ sind. Wenn diese ein Alleinstellungsmerkmal in einer ländlichen Region haben, wird dadurch die Versorgung ausgedünnt.

Auch, wenn der Vorschlag von der CSU verhindert werden sollte, zeigt sich hier der Trend, dass sich der Markt auf größere Versorgungseinheiten – auch im Krankenhausbereich – einstellen muss.

[ilink url=“http://www.sueddeutsche.de/geld/krankenkassen-patienten-sollen-sich-krankenhaus-empfehlen-lassen-1.1370535″]Link zur Quelle (Süddeutsche Zeitung)[/ilink]