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Nach einer Veröffentlichung am 02.11.2013 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung möchte sich der SPD Gesundheitsexperte Karl Lauterbach dafür einsetzen, dass die Zahl der Krankenhäuser noch stärker abnimmt als bisher. Lauterbach, der das gesundheitspolitische Programm für die SPD im Rahmen der Koalitionsverhandlungen verhandelt, ist der Meinung, dass durch den Wegfall von weiteren Krankenhäusern sich die Versorgungsqualität nicht verschlechtern wird. Besonders in Städten gebe es eine deutliche Überversorgung. Auch würden oftmals nur noch Eingriffe vorgenommen, weil sie Geld bringen, so Lauterbach.

Auch forderte er, dass die Behandlungsqualität der Kliniken veröffentlicht werden sollte. „Jeder Patient sollte vor seiner Behandlung genau erfahren, wie sein Krankenhaus bei dieser Behandlung dasteht im Vergleich zum Durchschnitt“. „Diese Daten gibt es, aber sie sind zur Zeit nicht öffentlich“, sagte Lauterbach. Dies müsse sich jedoch ändern.

Lauterbachs Gegenspieler bei den Verhandlungen, der Gesundheitsexperte Jens Spahn (CDU), forderte jedoch am darauf folgenden Montag im „Deutschlandfunk“, dass Kliniken in Ballungszentren einem größeren Wettbewerb ausgesetzt werden sollten. Nicht ganze Kliniken sollten geschlossen werden, sondern lediglich ineffiziente Abteilungen sollten aufgegeben werden.

Kommentar: Seit Jahren sinkt die Zahl der deutschen Krankenhäuser immer weiter, auf zuletzt 2.017 zum Ende des Jahres 2012. Diese Entwicklung ist ganz im Interesse der Krankenkassen. Wenn auch nur geringe relative Einsparungen im größten Kostenblock des deutschen Gesundheitssystems erzielt werden, bedeutet dies immense absolute Einsparungen für die Kassen. Gleichzeitig zeigt der aktuellste Krankenhaus Rating Report des RWI Essen, dass rund ein Viertel der deutschen Krankenhäuser bereits in Insolvenzgefahr schweben. Der Investitionsstau soll dabei rund 15 Mrd. Euro betragen. Dies zeigt, dass womöglich bereits ein Ende des Einsparungspotenzials erreicht sein könnte. Denn schließlich liegen die Krankenhausbehandlungskosten in Deutschland Nahe dem westeuropäischen Durchschnitt. Wobei jedoch die Behandlungsfälle deutlich an der Spitze eines internationalen Vergleichs liegen. Daher sollten die politischen Entscheidungsträger eher überlegen wie sie Personen davon abhalten Krankenhäuser unnötig oft zu nutzen und Ärzte davon abhalten angebotsinduzierte Nachfrage zu betreiben.

[ilink url=“http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/ueberversorgung-in-staedten-spd-will-kliniken-schliessen-12645605.html“] Link zur Quelle (FAZ)[/ilink]