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Die Pflege stellt mit knapp einer Million Beschäftigten und rund 36 Mrd. Euro Umsatz im Jahr 2013 einen wichtigen Teilmarkt der Gesundheitswirtschaft dar. Die Umsätze auf dem Pflegemarkt sind in den letzten zwölf Jahren kontinuierlich gestiegen. Aber während der gesamte Pflegemarkt im mittleren einstelligen Prozentbereich gewachsen ist, gilt die ambulante Intensivpflege als ein Wachstumsmarkt der Zukunft. Hier haben Wachstumsraten im hohen zweistelligen Bereich in den letzten zehn Jahren auch für verstärktes Interesses von Finanzinvestoren gesorgt. Zuletzt ließ sich dies bei der Übernahme des deutschen Marktführers in der ambulanten Intensivpflege, die Deutsche Fachpflege Holding, durch Chequers Capital vor einem Jahr beobachten.

Auf dem Markt für ambulante Intensivpflege gelten die Münchner mit knapp 90 Mio. Euro zwar als Marktführer, dennoch bietet dieses Segment der ambulanten Versorgung noch viel Expansionspotential. Rund 12 Prozent des Marktes teilen sich die größten fünf Wettbewerber auf.

Die ambulante Intensivpflege wird auch als häusliche Intensivpflege, Beatmungspflege, 1-zu-1-Versorgung oder 24-Stunden-Pflege bezeichnet. Dabei beschreibt sie die Bereitstellung der ambulanten medizinischen Grundversorgung für Patienten, deren Erkrankung die Betreuung durch qualifiziertes Pflegepersonal erfordert. Die Pflege wird bei den Patienten zu Hause mit 24 Stunden Anwesenheit durchgeführt. Auch die Organisation von Hilfsmitteln, Vereinbarung von Arztterminen und Untersuchungen, Zusammenarbeit mit Therapeuten aller Fachrichtungen sowie die Pflege sozialer Kontakte gehören dazu. Bei Bedarf werden auch Hauswirtschaftsleistungen erbracht. Die Vergütung bezieht sich ausschließlich auf die erbrachte Dienstleistung – medizinische Geräte, Medikamente oder andere Verbrauchsmaterialien für die Patientenversorgung werden separat durch die Kostenträger zur Verfügung gestellt. Für die Versorgung eines Patienten zahlen die Kassen mindestens 7.000 Euro, oft sogar mehr als 20.000 Euro pro Monat.

Vor dem Hintergrund eines stark fragmentierten Marktes und kaum zu erwartender Einschränkungen durch den Gesetzgeber oder durch Krankenkassen werden Veränderungen künftig vornehmlich durch Unternehmen angestoßen werden, die Marktanteile gewinnen wollen. Keiner der  TOP 5, zu denen neben der DFH auch GIP/Pro Vita, Renafan und Advita zählen, erreicht einen Marktanteil von mehr als zehn Prozent. Man darf gespannt sein, welche der ca. 600-700 regionalen, meist inhabergeführten Anbietern, demnächst in den Fokus der Expansionsbestrebungen gelangen werden. Schließlich sind noch vier Fünftel des Marktes zu verteilen.